:

Spielzeug kommt auf knatternden Motorrädern

VonAndreas SegethDamit die kleinsten Patienten des Bonhoeffer- Klinikums ihre Krankheiten auch mal vergessen können, haben dutzende Motorradfans bei drei ...

Um die vielen Spenden in die Kinderklinik des Bonhoeffer-Klinikums zu bekommen, musste man eine Kette bilden. Da halfen auch die Krankenschwestern und ein Polizist gern mit. [KT_CREDIT] FOTOs: A. Segeth

VonAndreas Segeth

Damit die kleinsten Patienten des Bonhoeffer- Klinikums ihre Krankheiten auch mal vergessen können, haben dutzende Motorradfans bei drei Neubrandenburger Handelshäusern viele Spenden eingesammelt.

Neubrandenburg.35 schwere Motorräder, ein cooles Trike und ein Kleinlaster knatterten am Sonnabend durch die Viertorestadt. Am Steuer lauter Männer und Frauen in Lederkluft, auch der eine oder andere Zottelbart lugte unter den Helmen hervor. Die wilde Pose konnte aber nur kurz über das große Herz der Motorradfans aus Neubrandenburg und Neustrelitz hinwegtäuschen.
Denn diese waren unterwegs zur Kinderklinik des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums, um viele, viele Spenden zu überreichen. Diese hatten sie zuvor im Bethanien-Center bei Centermanager Torsten Bergholz, im Kaufhof bei Geschäftsführerin Elke Manachowa und im Lindetal-Center bei Gunda Kruggel vom dortigen Management eingesammelt.
Alle drei Handelshäuser hatten ordentlich zusammengelegt, so dass der Kleintransporter voller Spielzeug, Knete, Malstifte, DVDs, Videos, Bücher und Bekleidung war – und das meiste auch schön als Geschenk eingepackt!
Bernhard Düring, Chef des Motorradzentrums Neubrandenburg, legte noch 500 Euro in bar obendrauf. Er habe selbst drei Kinder, sagte er. Und jeder wisse, wie schnell es gehen könne, dass man selbst auf die Hilfe des Krankenhauses angewiesen ist.
Initiator des Spendenaufrufs war Andreas Meyer aus Neustrelitz. Hinter der Aktion stecke kein Rockerklub, sondern lediglich eine lose Gemeinschaft miteinander bekannter Freizeit-Motorradfahrer, sagte er. Und Meyer kündigte an, eine solche Spendenaktion jetzt jedes Jahr zum Kindertag zu starten. Nutznießer soll jedes Mal eine andere Einrichtung der Region sein, die sich um die Belange von Kindern kümmert.
Dr. Sven Armbrust, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und sein Team freuten sich sehr über die vielen Spenden. Pro Jahr werden in den 46 Betten rund 2800 kleine Patienten aus der ganzen Region stationär behandelt. Da gehe schon mal das eine oder andere kaputt – und wenn ein Teddy sehr ans Herz gewachsen ist, gebe man ihn auch schon mal mit nach Hause, erzählte Sven Armbrust.

Kontakt zum Autor
a.segeth@nordkurier.de