Streit um Grundstück geht weiter:

Stadt legt Berufung gegen Urteil ein

Die Stadt hatte im jahrelangen Streit um ein Grundstück in der Wollweberstraße vor dem Landgericht verloren. Nun strebt sie die nächste Instanz an - hofft aber eigentlich noch auf eine gütliche Einigung.

Nach dem Abriss des alten Fachwerkhauses klafft in der Großen Wollweberstraße seit zehn Jahren eine Lücke. Ein Rechtsstreit verhindert die Bebauung.
Andreas Segeth Nach dem Abriss des alten Fachwerkhauses klafft in der Großen Wollweberstraße seit zehn Jahren eine Lücke. Ein Rechtsstreit verhindert die Bebauung.

Die Stadt Neubrandenburg geht in Berufung gegen eine Entscheidung des Landgerichts Neubrandenburg. Das hat jetzt Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) erklärt. Die Stadtverwaltung hatte im September einen Gerichtsprozess gegen die Neubrandenburger „Betreutes Leben und Wohnen“ (BLW) GbR verloren, der sich schon seit Jahren hinzieht.

Die BLW betreibt in Neubrandenburg schon zwei Einrichtungen für Betreutes Wohnen. Im Dezember 2002 erwarb sie von der Stadt ein Grundstück in bester Lage an der Wollweberstraße 19, auf dem ein baufälliges Haus stand. Der Preis war ein symbolischer Euro, dafür erhielt die BLW die Auflage, das marode Haus fachgerecht zu sanieren. Im Oktober 2004 musste das Haus allerdings wegen Baufälligkeit doch abgerissen werden. Seitdem stritten sich Stadt und BLW um die Höhe des Kaufpreises, um ein Wegerecht für Nachbarn und die Fassadengestaltung eines Neubaus. Der Oberbürgermeister strebte unter anderem eine „historisierende“ Fassade an - die BLW GbR und ihre Architekten hingegen wollten den Neubau etwas moderner gestalten.

Vor dem Landgericht hat die Stadt nun verloren - allerdings nur teilweise, wie Krüger betont. Denn der vom Gericht festgelegte Kaufpreis in Höhe von 61 000 Euro werde auch von der Stadt für angemessen gehalten. Auf dieser Basis wolle man sich weiter einigen.

Die Berufung vor dem Oberlandesgericht Rostock werde nur rein vorsorglich eingelegt, sagt der Oberbürgermeister. Denn eigentlich hoffe man im Rathaus, dass man sich jetzt recht schnell doch noch mit der BLW über weitere Einzelheiten wie das Wegerecht und die Fassadengestaltung außergerichtlich einigen könne.

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