Das war knapp!:

Stadtwerke gewinnen Rennen um Stromversorgung

Nachdem die Stadtwerke bei der Gasausschreibung leer ausgegangen waren, haben sie sich bei der Auktion um die Stromversorgung durchgesetzt. Kurz vor Ende haben sie das beste Angebot abgegeben.

Insgesamt haben sich neun Konkurrenten aus ganz Deutschland an der Auktion beteiligt.  
Julian Stratenschulte Insgesamt haben sich neun Konkurrenten aus ganz Deutschland an der Auktion beteiligt.  

Die Neubrandenburger Stadtwerke (Neu.sw) haben sich bei der Stromausschreibung der Stadt durchgesetzt. Sie dürfen nun drei Jahre lang alle städtischen Immobilien mit Strom versorgen – beispielsweise Schulen oder das Rathaus. Noch im August hatte die Ausschreibung der Versorgung städtischer Einrichtungen für Aufregung gesorgt: Aufgrund einer neuen Gesetzeslage hatte die Stadt diese Leistung erstmals ausgeschrieben und als einziges Kriterium den niedrigsten Preis ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielten die Stadtwerke Ratzeburg. .

Für die Ende Oktober anstehende Stromausschreibung wollten die Stadtvertreter daraufhin noch ihren Einfluss geltend machen – dafür war es aber schon zu spät. Die Ausschreibung war bereits gestartet, der geringste Preis blieb das einzige Kriterium. Trotzdem haben sich die Stadtwerke Neubrandenburg nun gegen acht Konkurrenten durchgesetzt. Teilweise haben große Konzerne wie Eon und Envia mitgeboten, aber auch andere Stadtwerke haben sich beteiligt – so aus Augsburg, Schwerin und Stendal. Auch Ratzeburg hatte sich wieder beworben.

Am Ende setzte sich Neu.sw mit einem Preis von rund 3,5 Cent pro Kilowattstunde durch. Die teuerste Konkurrenz lag bei 4,6 Cent. Die Stadt wird nun während der nächsten drei Jahre rund 1,77 Millionen Euro für die Stromversorgung ihrer Liegenschaften ausgeben.

Die Auktion muss man sich ähnlich wie bei Ebay vorstellen – allerdings über die spezielle Energiebörse EEX in Leipzig. In der vergangenen Woche gab es ein Zeitfenster von vier Stunden, in dem die Bewerber ihre Gebote abgeben konnten – allerdings dürfen sie nur zweimal bieten. Dabei konnten die Konkurrenten nicht die Preise der Mitbewerber sehen, sondern nur die eigene Platzierung. Die Neubrandenburger gaben ihr zweites Angebot sechs Minuten vor Ablauf der Frist ab und blieben damit an erster Stelle. Danach gingen zwar noch drei weitere Gebote ein, allerdings waren diese teurer.