Große Kontrollaktion:

Stop-Schilder nehmen viele Autofahrer nicht ernst

Es ist die Unfallursache Nummer 1: An Kreuzungen und Einmündungen wird die Vorfahrt nicht beachtet. Nun hat die Polizei die Autofahrer an Kreuzungen verstärkt ins Visier genommen und war überrascht.

Auch dieser Fahrer wird aus dem Verkehr rausgeholt. Ein Verwarngeld von 10 Euro ist fällig. Dazu gibt es eine Belehrung durch die Beamten.
Ingmar Nehls Auch dieser Fahrer wird aus dem Verkehr rausgeholt. Ein Verwarngeld von 10 Euro ist fällig. Dazu gibt es eine Belehrung durch die Beamten.

Allein in den ersten drei Stunden ihrer Kontrolle am Montagmorgen haben die Polizeibeamten fast 30 Autofahrer erfasst, die das Stop-Schild an der Hopfenburg nicht ernst genommen haben. „Von der Menge bin ich überrascht“, gibt Polizeibeamter Marcus Pallentin zu.

Pallentin und sein Team waren am Wochenbeginn nicht die einzigen Beamten, die einen Fokus auf „Vorfahrt und Vorrang“ legten. Denn die themenorientierte Verkehrskontrolle fand im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums statt. Insgesamt waren 106 Beamte an 33 Kontrollstellen im Einsatz. „Die Verkehrssicherheit ist unsere Kernaufgabe“, sagt Wilfried Kapischke, Leiter des Führungsstabes des Polizeipräsisiums Neubrandenburg. Täglich seien im Gebiet des Präsidiums 80 Beamte auf den Straßen im Einsatz. Pro Tag werden 300 Verkehrsverstöße und 70 Verkehrsunfälle in den drei Landkreisen des Zuständigkeitsgebietes registriert. Acht Menschen werden täglich verletzt, zwei sogar schwer.

Erst vor wenigen Tagen ein tödlicher Unfall

Das Nichtbeachten von Vorfahrt und Vorrang sei die Unfallursache Nummer 1, sagt Wilfried Kapischke. Jeder sechste Unfall komme so zustande. Ein trauriges Beispiel ereignete sich erst vor wenigen Tagen in der Nähe von Altentreptow. Ein 75-Jähriger missachtete beim Linksabbiegen die Vorfahrt und krachte mit einem Lkw zusammen. Für die Beifahrerin endete dieser Fehler tödlich.

Ist es Unachtsamkeit oder Unwissenheit, die zu so vielen Unfällen führt? Marcus Pallentin fragt bei der Kontrolle einige Fahrer, warum sie am Stop-Schild an der Hopfenburg nicht gehalten haben. „Viele sagen, dass sie es nicht richtig wissen, wie sie sich verhalten müssen“, stellt der Polizist fest.

Fast jeder, der erwischt wurde, habe seinen Fehler auch zugegeben. Streit gab es nur bei sehr wenigen Verkehrssündern. Vielleicht liegt das daran, dass man für das Überfahren des Stop-Schilds nur zehn Euro Strafe zahlt. Ein kleiner Preis für ein Vergehen mit oft großen Folgen.

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