Kampf der Kleingartenvereine:

Strafanzeige im Streit um Gartenweg

Das gesperrte Tor wurde beschädigt und zwei Schlösser sind verschwunden. Nun soll die Polizei ermitteln.

Darf dieses Tor einfach so verschlossen werden? Immerhin soll es im Besitz einer der nun abgeschnittenen Gartenanlagen sein.
Andreas Segeth Darf dieses Tor einfach so verschlossen werden? Immerhin soll es im Besitz einer der nun abgeschnittenen Gartenanlagen sein.

Im Streit um einen verschlossenen Gartenweg durch die Kleingartenanlage „Steepenweg“ wird nun mit härteren Bandagen gekämpft. Der Vorstand vom „Steepenweg“ habe Strafanzeige wegen Sachbeschädigung, Diebstahl und Landfriedensbruchs gestellt. Das teilt Uwe Richter, Geschäftsführer des Regionalverbandes der Gartenfreunde, mit. Die Strafanzeige richtet sich gegen unbekannt. Hintergrund ist, dass an dem seit November gesperrten Durchgangsweg ein Maschendrahtzaun beschädigt wurde und zwei Sicherheitsschlösser entwendet worden seien.

Der Streit um die Schließung des Amselweges bewegt die Gärtner seit langem. Die Vorsitzende des Kleingartenvereins „Steepenweg“, Sabine Müller,  hat diesen verschlossen, weil hier nach ihrer Aussage Müll entsorgt werde, Hundekot liegen bleibe und zu schnell mit dem Fahrrad gefahren werde. Gärtner der beiden Anlagen „Steepenblick“ und „Gute Hoffnung“ wehren sich gegen diese Sperrung. Diese sei willkürlich vorgenommen worden und behindere viele Kleingärtner, die nun einen Umweg in Kauf nehmen müssen. Der Amselweg sei immerhin seit 1967 von Gärtnern aller drei Anlagen genutzt worden – nie habe es Probleme gegeben. Ein Kompromissangebot zur Übernahme der Reinigung des Weges durch andere Gärtner hat Sabine Müller ausgeschlagen.

Vorsitzende fühlt sich absolut im Recht

Den Regionalverband weiß sie dabei auf ihrer Seite. Vor zweieinhalb Jahren noch hatte er sich gegen die schon damals betriebene Sperrung ausgesprochen, nun verweist Uwe Richter auf das Hausrecht des Kleingartenvereins „Steepenweg“. Grundsätzlich seien Verband als auch Verein für die Öffnung der Gartenanlagen für Besucher, Spaziergänger und natürlich für die Pächter, stellt er fest. Das sei Teil der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit. Kleingartenanlagen seien öffentliches Grün mit privater Nutzung der Parzellen, so Uwe Richter. Das bedeute aber nicht, dass ständig alle Zugänge und Zufahrten für jedermann offen stehen müssten. Zu bestimmten Zeiten und wenn objektive Gründe dies erforderten, habe der Pächter des Vereinsgeländes das Recht, die Zugänge zu verschließen.

Hans-Jürgen Bünger, Vorsitzender des Kleingartenvereins „Steepenblick“, der durch die Sperrung unmittelbar betroffen ist, bringt hier allerdings noch einen anderen Blickwinkel ins Spiel: Nach seiner Auffassung dürfte Sabine Müller das Tor schon deshalb nicht versperren, weil dieses Tor sich im Besitz des Vereins „Gute Hoffnung“ befinde. Er lehnt die Sperrung ab, weil viele ältere Kleingärtner nun einen beschwerlicheren, weil mit mehr Anhöhen versehenen Umweg auf sich nehmen müssen.

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