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Schüler streiken auf dem Marktplatz

Mehr Freiräume und weitere Veränderungen im Bildungssystem fordern die Teilnehmer eines Schülerstreiks, zu dem Löcknitzer Gymnasiasten aufgerufen hatten. Allerdings hatten sie sich mehr Resonanz erhofft.

Auf dem Neubrandenburger Marktplatz trugen die Initiatoren des Schülerstreiks ihre Forderungen vor.
Susanne Schulz Auf dem Neubrandenburger Marktplatz trugen die Initiatoren des Schülerstreiks ihre Forderungen vor.

Knapp 70 junge Leute aus dem Osten Mecklenburg-Vorpommerns haben sich am Donnerstag an einer Streikdemonstration in Neubrandenburg beteiligt. Schüler des Deutsch-Polnischen Gymnasiums in Löcknitz hatten zu einem landesweiten Streik aufgerufen, um Veränderungen im Bildungssystem zu fordern. Vor allem aus Neubrandenburg, Löcknitz und Grimmen kamen die Teilnehmer der Demonstration in der Viertorestadt. Die Initiatoren hatten sich noch etwas mehr Resonanz erhofft.

„Wir sind keine Schulverweigerer, aber wir sind gegen den momentanen Zustand des Systems”, sagte zum Beispiel Elftklässlerin Laura Arndt aus Grimmen. Eigenständiges Denken werde unterdrückt, es fehle an Freiräumen, sich als Persönlichkeiten zu entfalten. Im Streikaufruf waren unter anderem die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 statt 12 Jahren gefordert worden.

Der Landesschülerrat hatte sich von dem Streikaufruf distanziert, weil die Forderungen nicht mit seinen aktuellen Zielen übereinstimmten. Das Löcknitzer Gymnasium stellte überdies klar, dass es diese Art des Vorgehens nicht unterstütze. Mehrere Schulen, an denen der Aufruf kursierte, hatten angekündigt, Fernbleiben ohne Freistellung als unentschuldigtes Fehlen zu bewerten.

Kommentare (6)

Dass Schüler mehr Schule fordern (13 Jahre), halte ich für einen Witz. Was für eigenständiges Denken? Mathematik neu erfinden? Deutsche Grammatik reformieren? Mendelsche Gesetze korrigieren? Ich habe meinem Sohn mitgegeben, wenn deine Philosophie dem Lehrer nicht passt ist das kein Beinbruch. Dann hat der Lehrer keine Ahnung von Philosophie, außer von Fachbegriffen und deren Definition die im Lehrbuch stehen. Oder Gedichtinterpretation, was will uns der Dichter sagen? Fand ich zu meiner Zeit schrecklich, denn was der Dichter sich dabei dachte, weiss kein Mensch. Vielleicht hat er das Gedicht geschrieben, um Geld zu verdienen oder der Staatsmacht lieb Kind zu sein. Oder weil ihm gerade danach war, weil der Wein gut schmeckte. Letztendlich geht es in der Schule in den 12 Jahren darum, die sich bildenden Synapsen im Gehirn vernünftig und vielfältig durch Wissen und Übungen zu verknüpfen, um als halbwegs gebildetes Mensch in das selbständige Leben entlassen zu werden. Integralrechnung braucht kein Mensch, aber das Gehirn anzustrengen für paar Minuten, tut schon gut. Im Leben gibt es einige Situationen, da muss man vorher gelernt haben, wie man Probleme, Situationen, Aufgaben angeht, bewältigt oder löst. Einen 17-jährigen Schüler zu fragen, was seine Persönlichkeit sei und wieviel Freiraum dafür nötig sei - da beginnt das Stirnrunzeln und Stottern. Systemstreik ist viel zu dick aufgetragen.

Als anwesende des Streikes (nicht 13 Jahre alt), kann ich aufgrund ihres Kommentars sagen, dass sie unsere Bedingungen nicht verstanden haben. Es ging nicht darum die Schuljahre sinnlos zu verlängern, sondern darum sie nach 12 Jahren auszulegen und nicht mehr nach 13. Es ging auch nicht darum die Schule zu verweigern oder die "Grammatik zu reformieren", sondern um Gerechtigkeit. Bitte erst nachdenken bevor unbegründete Kommentare geschrieben werden.

Des weiteren ging es darum ein Zeichen gegen das Schulsystem zu setzten. Ich finde wir verdienen alle gleiche Chance und verdienen es alle Gleichbehandelt zu werden.Es ist aber Alltag das Schüler die alles hinnehmen was die Lehrkräfte vermitteln und dieses nicht hinterfragen oft bevorzugt werden. Denn Lehrer fühlen sich sehr schnell angegriffen wenn man mit ihrer Meinung nicht konform ist.

Die vorstehenden zwei Kommentare der Streikenden (was ist das für eine blödsinnige Formulierung: "anwesende des Streiks" ?) beweisen, wie richtig der Kommentar des karsten.doerre ist. Die Kommentare von Sternhagen und Lange strotzen vor Interpunktions- und Rechtschreibfehlern. Mir ist meine Zeit zu schade, um offensichtlich bildungsunwilligen oder bildungsunfähigen Gymnasiasten nachzuweisen, warum sie 10 Jahre umsonst zur Schule gegangen sind. Wer das Subjekt "anwesende" nicht mit Großbuchstaben beginnt, sollte als im Glaskasten Sitzende nicht mit Steinen auf die Schule und die Lehrer werfen....Laßt Eure Kommentare von einem Deutschlehrer berichtigen, aber paßt auf, daß er die schlechte Note nicht ins Klassenbuch einträgt. Nach jahrelanger Arbeit als Lehrer habe ich mit Beginn meiner Pensionierung Nachhilfeunterricht gegeben. Achtklässler waren nicht imstande, eine Kreisflächenberechnung vorzunehmen. Teilnehmer am Unterricht in einer 12. Klasse (als Gymnasiast möchte ich sie nicht bezeichnen; die dazu gehörende Einstellung zum Lernen fehlte ihnen vollständig) nannten als Beginn und Dauer des Dreißigjährigen Krieges "1933 bis 1945". Abgesehen davon, daß das deutsche Bildungswesen systemische Fehler aufweist - lernen, wie ein Smartphone bedient und konfiguriert werden muß, wurde schneller begriffen als Kopfrechnen mit zweistelligen Zahlen. Was heutzutage vom Gymnasium kommt, wird größtenteils in den Vorsemestern der Universitäten scheitern. Warum wohl mußten Vorsemester eingerichtet werden ?????

Es ist nicht einfach in die Erwachsenenwelt reinzukommen. Man träumt früh davon erwachsen zu sein. Manch einer wird erst erwachsen, wenn man für eigenes Kind Verantwortung übernehmen muss. Ich habe nicht behauptet, dass jemand 13 Jahre alt ist. Weder im Nordkurier-Artikel (NK) lese noch unterstelle ich den Jugendlichen auf dem Marktplatz die Schule zu verweigern. Von Gerechtigkeit finde ich leider nichts im NK-Artikel, ich habe mich auf ihn gestützt. Meinen Kommentar habe ich ausführlich begründet. Vielleicht redet Ihr an Euren Lehrern vorbei. Wenn Ihr glaubt ein Lehrer fühlt sich überfordert, wenn Ihr Fragen stellt und Meinungen habt, wo Horizont und Phantasie ihn überfordern: Seid stolz auf Euch! Dann habt Ihr ihn erkannt. Eigentlich gibt es an jeder Schule mindestens einen Lehrer/Lehrerin, der/die solche Herausforderungen annimmt und nicht mit Beendigung des Studiums das eigene Lernen und die eigene Persönlichkeitsentwicklung für beendet betrachtet. Wenn es bei Euch zu viele solcher Lehrer gibt, wäre es schade für den Ruf dieser Schulen und die Schülerinnen und Schüler, die durch solche Schulen müssen. Aber es steckt kein System dahinter, dass man solch System kritisieren müsste. Ein System erkenne ich im deutschen Bildungssystem sowieso nicht, da es der Kulturhoheit der Bundesländer unterliegt und somit fast jeder deutsche Sprachdialekt sein eigenes Bildungssüppchen kocht.

Wenn eine/ner schreibt, die Schüler sind 10 Jahre umsonst zur Schule gegangen sind, dann ist wohl auch zu einem großen Teil dIe Lehrerschaft daran schuld. Dann war der Lehrer/in nicht in der Lage, den Lehrstoff den Schülern zu vermitteln, bzw, den Unterricht so zu gestalten, das dass notwendige Interesse geweckt wurde. Solche Lehrer, Lehrerinnen gab es zu meiner Schulzeit an der POS auch. Da bringt es auch nichts, als Pensionär Kommentare anderer orthographisch zu berichtigen. Da spielt es keine Rolle ob ein Wort groß oder klein geschrieben wird, wichtig ist , das andere Leser den Sinn eines Kommentars​ erfassen.