Gewalt im Straßenverkehr:

Schlägerei nach Ampel-Streit: Zeugen halten Täter fest

Ein Fußgänger und ein Autofahrer sind nach Polizeiangaben am Wochenende in Streit geraten. Es gab eine Schlägerei, die erst dank der Hilfe von Augenzeugen beendet werden konnte. Und als die Polizei die Personalien überprüfte, gab es eine weitere Überraschung.

Die Polizei hat am Sonnabend in Neubrandenburg einen Fußgänger festgenommen, der einen Autofahrer verprügelt hat.
Georg Wagner Die Polizei hat am Sonnabend in Neubrandenburg einen Fußgänger festgenommen, der einen Autofahrer verprügelt hat.

Ein Streit zwischen einem Fußgänger und einem Autofahrer hat in Neubrandenburg zur Festnahme eines mit Haftbefehl gesuchten Mannes geführt. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatte ein 29-jähriger Neubrandenburger am Sonnabend gegen 15 Uhr die Einfahrt zum Kaufland-Supermarkt an der Rostocker Straße überquert, ohne auf das Ampelsignal zu achten.

Das habe für Ärger bei den wartenden Autofahrern gesorgt, die eigentlich Grün hatten. "Nachdem bereits eine Fahrerin den Passanten angehupt hatte, der seelenruhig mit dem Handy in der Hand aus Richtung Hochschule in die Stadt schlenderte, ließ der dahinter folgende Mann im Auto die Scheibe herunter und sprach den Fußgänger auf sein Verhalten an", so die Polizei. "Fahr weiter, sonst hau' ich Dir eine", soll die Antwort des Passanten gewesen sein.

Opfer mit Füßen getreten

Weitere Beleidigungen seien gefolgt. Der Autofahrer, ein 45 Jahre alter Mann aus Neubrandenburg, sei deshalb in Höhe Futterhaus rechts ran gefahren und ausgestiegen, um den Fußgänger zur Rede zu stellen. Und bekam laut Polizei Schläge ins Gesicht. Dabei ging ein Zahn verloren, auch die Brille flog ihm vom Kopf. Der Angreifer habe sein Opfer zudem mit Füßen getreten. Zwei weitere Augenzeugen seien schließlich dem Opfer zur Hilfe geeilt und hätten den Fußgänger bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

Der Mann wurde mit aufs Revier genommen, wo sich herausstellte, dass bereits ein Haftbefehl gegen ihn vorlag. Der 29-Jährige wurde in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert, wo er ein weiteres Mal randaliert und das Wachpersonal beleidigt und angegriffen haben soll. Für seine Schläge und Tritt gegen den Autofahrer erwartet ihn jetzt eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. Zum gesundheitlichen Zustand des Opfers gab es keine weiteren Angaben.

Kommentare (1)

Bitte nicht zuviel Doku-Soaps im Fernsehen schauen. Als Fahrzeugführer muss man Ruhe, Gelassenheit und Rücksicht nehmen. Was wollte der Fahrzeugführer mit "zur Rede stellen" erreichen? Eine Entschuldigung? Eine filmreife Doku-Soap-Szene? Hat er den Fußgänger dumm angemacht mit blöden Fragen? Zum mentalen Zustand des Opfers vor der Schlägerei gab es keine weiteren Angaben.