Mecklenburger Seenrunde:

Stürze und Unterkühlung, aber auch Freude bei der Seenrunde

An die 300 Fahrer haben es bei der Mecklenburger Seenrunde ins Ziel geschafft. Wegen Unterkühlung brauchten mehrere Radsportler gleichzeitig Hilfe. Es gab aber auch Stürze.

Emotionale Szenen im Ziel: Die Radsportler, die die 300 Kilometer absolviert haben, werden von ihren Lieben überglücklich in Empfang genommen. Es gibt Küsse und Umarmungen.
Paulina Jasmer Emotionale Szenen im Ziel: Die Radsportler, die die 300 Kilometer absolviert haben, werden von ihren Lieben überglücklich in Empfang genommen. Es gibt Küsse und Umarmungen.

Eine Radfahrerin der Mecklenburger Seenrunde soll vor wenigen Minuten schwer in Neubrandenburg gestürzt sein - an der Ecke Bergstraße/John-Schehr-Srraße. Die Erstversorgung läuft. An dieser Stelle ist Obacht geboten, für alle Verkehrsteilnehmer. Dort geht es rasant bergab.

Bis zur Mittagszeit registrierte die Leitstelle der Mecklenburger Seenrunde sechs Stürze durch Eigenverschulden. Zwei Leute mussten ins Krankenhaus, sie erlitten Schulter- und Armverletzungen. In den Samstagmorgenstunden brauchten gleich 20 Teilnehmer der 300-Kilometer-Strecke ärztliche Hilfe. Sie waren wegen des Regens und der Kälte der Nacht völlig erschöpft und unterkühlt. Zu dem Zeitpunkt befanden sie sich in Höhe von Röbel beziehungsweise Nossentiner Hütte. Das Hauptfeld der 300-Kilometer-Teilnehmer wurde zuletzt bei Malchow gesichtet. Damit haben die Radfahrer gut die Hälfte ihres Pensums geschafft.

Nur wenige Vorfälle insgesamt

Gemessen an der Gesamtteilnehmerzahl von gut 2500 Leuten seien das nur sehr wenige Vorfälle, heißt es aus der Leitstelle. Insbesondere die neue Streckenführung trage ihr Übriges dazu bei - kein Kopfsteinpflaster mehr so wie noch im vergangenen Jahr. Insgesamt zwölf Krankenwagen befinden sich an der Strecke, die strategisch so eingesetzt werden, so dass sie schnellstmöglich helfen können. Technische Defekte tendierten gen Null, so die Veranstalter.

Die ersten Frauen kehrten derweil in den Kulturpark zurück: Um acht Uhr waren die ersten der gut 500 Teilnehmerinnen auf die Strecke gegangen. Nach rund drei Stunden feierte die erste von ihnen ihren Zieleinlauf. Momentan sind rund 300 Radfahrer wohl behalten im Kulturpark angekommen.

Straßen im Stadtgebiet wieder frei

Die Startphase, die sich über Stunden am Freitagabend und Samstagmorgen hinzog, sei unfallfrei über die Bühne gegangen, sagte Polizeihauptkommissar Stefan Neumann. Er war der Einsatzleiter der Polizei. Neunzehn Beamte am Freitag und nochmals 19 am Samstagmorgen hatten die Fahrt der Radfahrer bis nach Fünfeichen abgesichert. Autofahrer auf der Neustrelitzer Straße mussten immer mal wieder ein paar Minuten warten, um die Radfahrer passieren zu lassen. Jetzt sind die Straßen im Stadtgebiet wieder frei. Allerdings müssen Verkehrsteilnehmer weiterhin mit Radfahrern rechnen, die in Neubrandenburg, aber auch insbesondere auf den Landstraßen des Kreises, unterwegs sind und Kilometer für Kilometer abreißen.

Momentan sind noch mehr als 500 Frauen auf ihrer Frauentour unterwegs. Insgesamt 1968 Radsportler haben sich laut Angaben der Organisatoren an den 300-Kilometer-Kanten gewagt.

Wetter spielt mit

Georg Benedix aus Sachsen war indes der Erste im Ziel nach 300 Kilometern. Er gehörte zu den Fahrern, die bereits am Freitagabend gestartet waren. Diese Radfahrer werden bei den Organisatoren liebevoll als "Nightrider" bezeichnet, also die Nachtfahrer. Der Erste konnte nahezu mit der Speed-Gruppe abklatschen, die als letzter Pulk auf die 300 Kilometer gegangen ist. Das Wetter hält sich derzeit, es ist zwar weiterhin recht frisch, aber zumindest regnet es nicht mehr.

Am Freitagabend war die Mecklenburger Seenrunde gestartet. Bei Bratwurst und Bambule wurden sie von hunderten Schaulustigen auf die riesige Etappe geschickt. Unter Anfeuerungsrufe keuchten sie die Bergstraße hinauf, und dann weiter nach Burg Stargard. Viele Hundert Viertorestädter hatten sich die Show nicht entgehen lassen. Noch bis 22.30 Uhr wurde gestartet.

 

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