Mangel an Aufträgen:

Technologiezentrum steht vor der Insolvenz

Neubrandenburgs Stadtvertreter sollen 72 000 Euro aus dem klammen Stadthaushalt bewilligen, um die Forschungseinrichtung vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten. Der Oberbürgermeister warnt jetzt vor Rückforderungen aus Schwerin.

Geschäftsführer Holger Gniffke (2. von links) hat den Gesellschaftern erklärt, die Geschäftsführung des ZLT aus persönlichen Gründen niederlegen zu wollen, um künftig nur noch als Betriebsleiter zu arbeiten. 
Andreas Segeth Geschäftsführer Holger Gniffke (2. von links) hat den Gesellschaftern erklärt, die Geschäftsführung des ZLT aus persönlichen Gründen niederlegen zu wollen, um künftig nur noch als Betriebsleiter zu arbeiten. 

Das Neubrandenburger Zentrum für Lebensmitteltechnologie (ZLT) ist schwer ins Schlingern geraten: Wenn die Stadt nicht sofort 72 000 Euro nachschießt, muss die gemeinnützige GmbH noch im November Insolvenz anmelden. Bei ihrer Sitzung am Donnerstag, dem 30. Oktober, sollen die Stadtvertreter über eine entsprechende Beschlussvorlage abstimmen. Diese ist von Oberbürgermeister Paul Krüger eingereicht worden.

Das Papier liegt dem Nordkurier vor. Weil die Angelegenheit aber im nichtöffentlichen Teil behandelt wird, will sich keiner der Beteiligten im Gespräch mit dem Nordkurier äußern.

Die finanziellen Probleme des ZLT, das zu 75 Prozent der Stadt Neubrandenburg gehört, bestehen schon länger. Erst zum Januar 2014 war das ZLT deshalb in eine gemeinnützige GmbH mit dem Status eines Forschungsinstituts umgewandelt worden. Geschäftsführer Holger Gniffke hatte sich eine 100-prozentige Förderung von Forschungsprojekten versprochen. Doch die Hoffnung ging bis jetzt nicht auf. Die Stadt und die Hochschule haben daraufhin die Personalkosten weiter herunter geschraubt und dem ZLT jetzt im Oktober einen neuen wissenschaftlichen Leiter von der Hochschule zur Seite gestellt, mit dem die Akquise intensiviert werden soll. Mit diesen Maßnahmen bestehe die Aussicht, das ZLT neu auszurichten, heißt es in der Beschlussvorlage.

Gelder sind zweckgebunden

Ob die Stadtvertreter einen finanziellen Nachschlag bewilligen, ist unklar. Hinter den Kulissen heißt es aus mehreren Fraktionen, dass man das ZLT nicht länger finanziell unterstützen kann und will.

Oberbürgermeister Paul Krüger weist allerdings auf eine Gefahr hin, falls die Stadtvertreter das ZLT tatsächlich in die Insolvenz schicken wollen. Das Land habe die Gründung des ZLT einst mit 5,1 Millionen unterstützt. Die Fördermittel seien von 2000 bis 2025 zweckgebunden. Man müsse damit rechnen, dass das Land die Fördermittel zurückfordern könnte.

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