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Tierpark Burg Stargard droht das Aus

Burg Stargard muss sparen – und jetzt geht es ans Eingemachte. Denn ein Vorstoß der CDU-Fraktion sieht vor, den Tierpark zu schließen.  

So niedlich ging es im vergangenen Jahr am Klüschenberg zu: Die Nasenbären hatten ihren Spaß. Doch diese Freuden im Tierpark Burg Stargard könnten nun endgültig der Vergangenheit angehören. 
Archiv/P. Jasmer So niedlich ging es im vergangenen Jahr am Klüschenberg zu: Die Nasenbären hatten ihren Spaß. Doch diese Freuden im Tierpark Burg Stargard könnten nun endgültig der Vergangenheit angehören. 

Rund um die Zukunft des Tierparks Burg Stargard schlagen derzeit die Wellen hoch. Die CDU-Fraktion hat bei der jüngsten gemeinsamen Sitzung von Finanz- und Wirtschaftsausschuss ein Konzept zur Haushaltssicherung eingereicht. Und ein Punkt in diesem Konzept sieht vor, den Tierparkbetrieb zum Jahresende einzustellen. Eine Ära von rund 45 Jahren ginge damit zu Ende.

"Ich weiß, dass wir dorthin fassen, wo es weh tut", erklärt CDU-Vorsitzender Jens Bergmann. Ziel sei es, nicht alles dicht zu machen, sondern weiter zu entwickeln und neu zu gestalten. Deshalb sehe die CDU-Fraktion auch vor, die Zufahrt zum Klüschenberg neu herzurichten sowie den Vorplatz aufzuwerten, indem die Bühne und die Spielgeräte neu gestaltet würden.

Jährlich hohe Kosten

Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU) fände es schade, wenn der Tierpark seine Pforten für immer schließen würde, wie er erklärt. Und Horst Menzel, Vorsitzender der Fraktion Die Linke, sagt, dass er gegen die Einstellung des Tierparkbetriebes sei. Wenn man Geld in die Hand nehme für das Areal, dann plädiert er dafür, doch kleinere Gehege mit Tieren zu belassen und den Rest frei zugänglich zu machen. Aus Sicht der Fraktion Bündnis Stargard konnte Dieter Lips auf Nachfrage nicht viel sagen, da man sich zum CDU-Vorschlag noch nicht verständigt habe. Er persönlich habe aber nie eine Gesamtschließung im Auge gehabt, wie er betont. Auch er spricht sich für eine kleinere Variante des Tierparks aus.

Jahr für Jahr verursacht der Tierpark Kosten in Höhe von etwa 140 000 Euro. Die Stadt Burg Stargard hat in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit von rund 800 000 Euro und unterliegt damit einem drückenden Sparzwang.

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Kommentare (5)

„Die Burg Stargarder CDU Stadtfraktion setzt die falschen Signale. Statt der Stadt ein attraktives Gesicht zu geben und die vorhanden Potentiale für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung zu nutzen, fällt ihr nichts weiter ein, als wichtige kulturelle und Bildungseinrichtungen zu schließen und damit die Stadt in die Bedeutungslosigkeit zu schicken. Das ist ein Schlag gegen das vielfältige zivilgesellschaftliche Engagement in der Stadt und für die Region." [Anmerkung der Redaktion: Dieser Kommentar wurde gekürzt, da er eine Pressemitteilung war und wir diese hier nicht veröffentlichen.]

Liebe Redaktion, leider finde ich auf der Homepage und auch auf fb nicht den heute dankenswerterweise abgedruckten Artikel mit dem Hinweis zur Demo gegen die Schließung des Tierparks am Mittwoch vor der Stadtvertreterversammlung. Hier ist er: JA zum Tierpark Burg Stargard Wir haben innerhal weniger Tage über 500 Gefällt mir Bestätigungen. Das könnt ihr und die CDU doch nicht einfach negieren!

Lieber Herr Hässelbarth, natürlich ist es für Sie sehr wichtig, dass über das Thema Tierpark berichtet wird, so wie für andere Menschen andere Themen wichtig sind. Für uns ist der Tierpark auch ein wichtiges Thema und deswegen war er in der Zeitung. Wir übernehmen aber auf der Homepage nicht alle Artikel aus der Zeitung, sondern nur ausgewählte. Mit besten Grüßen, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion

Lieber Herr Wunder, wer entscheidet denn, was wichtig ist und was nicht? Gehört das zu Ihrem Verständnis von Meinungsvielfalt resp. -freiheit? Es verstärkt sich schon der Eindruck, dass da manchmal ganz schön selektiv herangegangen wird. Beobachte das schon eine Weile mit wachsendem Interesse.

Lieber Herr Hässelbarth, das gleitet jetzt ab in eine Diskussion über unsere Funktion als Medienhaus und über den Journalismus im Allgemeinen. Es hat mit Meinungsfreiheit und mit - vielfalt rein gar nichts zu tun, wenn wir nur ausgewählte Artikel auf unserer Internetseite veröffentlichen. Das ist redaktionelle Gewichtung und - wie Sie schreiben - Selektion. Selektion ist das A und O im täglichen Nachrichtengeschäft. Der sprichwörtlich umgefallene Sack Reis in China interessiert Sie in Burg Stargard nicht. Das wissen wir aus zahlreichen Leserforschungen, die wir in regelmäßigen Abständen machen. Ein Vorschlag: Sprechen Sie doch beim nächsten Mal, wenn Sie einen Reporter von uns sehen, diesen an und lassen Sie sich das zeigen. Ich denke, vor Ort kann man Ihnen das besser erklären als ich hier aus der Online-Redaktion in den Kommentaren machen kann. Mit besten Grüßen, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion