Reue gezeigt vor Gericht:

Tierquäler zu Haft auf Bewährung verurteilt

Ein 25-jähriger Neubrandenburger war mit seinem jungen Hund komplett überfordert. Statt sich ernsthaft um einen neuen Halter zu bemühen, setzte er ihn aus und ließ ihn qualvoll verenden.

Am Dienstag musste sich Patrik S. vor dem Amtsgericht Neubrandenburg verantworten. Ein erster Termin im Juli war wegen eines Therapietermins geplatzt.
Andreas Segeth Am Dienstag musste sich Patrik S. vor dem Amtsgericht Neubrandenburg verantworten. Ein erster Termin im Juli war wegen eines Therapietermins geplatzt.

Patrik S. ist nüchtern. Das hat er anscheinend extra für den Gerichtstermin am Dienstagnachmittag geschafft. Denn üblicherweise leert der 25-Jährige zurzeit so 12 bis 20 Bier am Tag, noch vor einem halben Jahr kam durchaus noch mal eine Flasche Korn dazu. So viel soll er auch intus gehabt haben, als er am
2. Februar jene Tat beging, für die er am Dienstag vor Gericht stand und die seit März für einige Empörung unter den Neubrandenburgern gesorgt hat. „Stockbesoffen“ sei er dabei gewesen, erzählt er.

Am Vormittag des 2. Februar ging er mit seinem Hund in eine stillgelegten Kiesgrube am Rande der Oststadt. Etwa 100 Meter von der Steinstraße entfernt, nahm er dem acht Monate alten Schäferhund-Mix „Tequila“ das Halsband und die Leine ab und band ihn mit einem Strick an einem Dornbusch fest. Er ließ ihm noch einige Leckerlis da, die er immer in der Tasche hatte und ging nach Hause.

Den jungen Hund hatte er erst im Januar von einem Kumpel bekommen, berichtete er dem Staatsanwalt Stefan Gandert und Richterin Birgit Hensellek. 70 Euro sollte er für das Tier bezahlen, mehr als 35 Euro konnte er allerdings nicht aufbringen. Anfangs habe „Tequila“ es ganz gut bei ihm gehabt. Er habe drei Mahlzeiten am Tag bekommen und sei regelmäßig draußen gewesen. Relativ schnell habe er aber gemerkt, dass er mit der Haltung des Hundes überfordert war.

Am 11. März wurde „Tequila“ gefunden. Er war sehr stark abgemagert und hatte tiefe und frische Strangulationswunden am Hals, berichtete Tierarzt Dr. Hans-Ulrich Matthäus, der das Tier untersucht hat.

Patrik S. zeigte am Dienstag Reue. „Ich würde die Tat gern rückgängig machen“, meinte er.

Staatsanwalt Gandert forderte sechs Monate Haft auf Bewährung. Richterin Hensellek blieb etwas darunter: Patrik S. wurde wegen der „Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund“ zu fünf Monaten Haft verurteilt, die Strafe allerdings zwei Jahre lang zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss Patrik S. 50 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten.

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