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Tourismus-Experten auf Premieren-Exkursion

Nach den 1000-Seen-Foren der vergangenen Jahre suchte der Tourismusverband eine neue Form, um die Schönheiten der Region erkunden und vermarkten zu können. Der Auftakt war der Kreisstadt vorbehalten.

Diesen Durchblick vom HKB bis zur Marienkirche würden nicht nur die Neubrandenburger gern behalten. "Lassen Sie’s dich so!", wünschten sich auch die Touristiker aus der Seenplatte. 
Susanne Schulz Diesen Durchblick vom HKB bis zur Marienkirche würden nicht nur die Neubrandenburger gern behalten. „Lassen Sie’s dich so!”, wünschten sich auch die Touristiker aus der Seenplatte.

Der Tourismusverband der Seenplatte hat am Freitag nach den 1000-Seen-Foren der vergangenen Jahre eine neue Form der Zusammenkunft ins Leben gerufen. Die Idee besteht laut Verbandsvorsitzendem Wolf-Dieter Ringguth darin, die erfahrenen Gastgeber selbst auf Entdeckungs- und Informationsreise in der eigenen Region zu schicken – beginnend mit der Kreisstadt.

Als „wirklich tolle norddeutsche Stadt“ pries der Verbandschef das gastgebende Neubrandenburg, das mitten in der reizvollen Seenplatte gewiss gern noch mehr Aufmerksamkeit auf sich zöge. Urlauber von weit her denken beim Stichwort Seenplatte wohl eher an berückende Landschaften mit – natürlich – traumhaften Seen. Dass es daran auch in Neubrandenburg nicht fehlt, muss sich noch mehr herumsprechen: „Wenn Touristen von der HKB-Aussichtsplattform den Blick über die Stadt schweifen lassen, sind sie oft überrascht, wie nah der Tollensesee ist. Wir müssen ihn aber noch besser vermarkten“, wünschte sich Barbara Schimberg, Geschäftsführerin des Veranstaltungszentrums VZN.

Oberbürgermeister hat den Schalk im Nacken

„Wir stehen seit Jahren in Verhandlungen mit dem See, um ihn noch näher an die Stadt heran zu holen“, nahm Oberbürgermeister Silvio Witt die Sache scherzhaft, hatte aber noch mehr Argumente für seine Stadt in die Waagschale zu werfen, indem er die fachkundige Gästen auf die historische Altbausubstanz, aber auch die Narben der Vergangenheit und somit spannenden Kontraste aufmerksam machte und überdies für Sport- und Konzertereignisse warb.

Was Neubrandenburg aus sich macht, wurde den gut 50 Fachleuten indessen anschaulich vor Augen geführt: Bei einer Besichtigung in der Konzertkirche, wo gerade die neue Orgel gestimmt wird, ebenso wie bei einem Besuch im Franziskanerkloster, das seit dreieinhalb Jahren das Regionalmuseum beherbergt, und bei einer Schiffsfahrt – wir sind schließlich nicht nur Stadt, wir haben auch See.

Was Neubrandenburg noch hat, sind stadtbekannte Originale wie eben Stadtgründer Herbord von Raven, Müller Bernhard und Mudder Finksch, die es mit Humor nahm, dass Ringguth sie doch glatt mit Mudder Schulten verwechselt hatte. Und Anregungen der Einwohner, was reizvoll an der Viertorestadt hat, haben vermutlich auch ihre Einwohner.