Schulsozialarbeit auf der Kippe?:

Traumjob ist eine ständige Zitterpartie

Seit 20 Jahren gibt es in Neubrandenburg Schulsozialarbeiter. Einst als „Basteltante“ belächelt, nehmen die Pädagogen nun eine Schlüsselrolle an den Schulen wahr. Obwohl die Arbeit geschätzt wird, müssen viele zum Jahres­ende zum Arbeitsamt.

Doreen Kappler (lnks) und Anja Krüger sind die Sprecherinnen des Arbeitskreises Schulsozialarbeit an Neubrandenburger Schulen. Sie kennen die Probleme des Jobs.
Ingmar Nehls Doreen Kappler (lnks) und Anja Krüger sind die Sprecherinnen des Arbeitskreises Schulsozialarbeit an Neubrandenburger Schulen. Sie kennen die Probleme des Jobs.

Wenn die Müllabfuhr streikt, dann fängt es an zu stinken. Vielleicht sollten auch die Schulsozialarbeiter aus Protest mal ihre Arbeit niederlegen. Sie sind diejenigen, wo Lehrer und Schüler ihren seelischen Ballast abkippen. Sie sind es aber auch, die sich zum Jahresende regelmäßig beim Arbeitsamt melden müssen, weil nicht klar ist, ob ihre Stelle im kommenden Jahr auch wieder ausfinanziert ist.

20 Jahre gibt es jetzt schon Schulsozialarbeiter an den Neubrandenburger Schulen. Seit 20 Jahren hat sich die Situation aber auch nicht verbessert. Die Unsicherheit bleibt, die Anforderungen an die Pädagogen steigen.

Anja Krüger und Doreen Kappler gehören zu den 18 Schulsozialarbeitern, die es in Neubrandenburg gibt. Damit sind die städtischen Schulen ganz gut versorgt. Denn während fast jede ­Schule in der Stadt einen Schulsozialarbeiter zur Unterstützung hat, schaut es im Kreis schon anders aus. Denn auf 110 Schulen kommen nur 65 Schulsozialarbeiter, wie die Stellvertretende Jugendamtsleiterin Marion Schild informiert.

Arbeit wird geschätzt

Die Wertschätzung der Arbeit von Schulsozialarbeitern habe sich in den vergangenen Jahren ver­bessert, meint Doreen Kappler. Längst werden sie von Lehrern nicht mehr als „Basteltanten“ angesehen, die man nicht braucht und ohne die es früher doch auch ging. Im Schul­gesetz ist ihre Arbeit aber nicht festgeschrieben. Finanziert werden fast alle Schulsozialarbeiter vom Schul­träger, vom Landkreis und vom Europäischen Sozialfonds. Es gilt also drei Töpfe zusammenzubringen. Die meisten arbeiten in befristeten Arbeitsverträgen. „Große Anschaffungen kann man kaum riskieren“, sagt Anja Krüger. Obwohl die Situation nicht besonders gut ist, hat der Arbeitskreis der Schulsozialarbeiter aber die 20 Jahre gefeiert. Denn was sie brauchen, ist öffentliche Aufmerksamkeit und eine starke Lobby.

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