Feier mit abruptem Ende:

Türsteher soll sich an Gast vergriffen haben

Ein Besucher der „Rumpelkammer“ in Neubrandenburg, eines Lokals, wo bis zum frühen Morgen getanzt werden kann, fühlt sich überrumpelt. Und das sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Deswegen hat der Mann Anzeige bei der Polizei erstattet.

Die "Rumpelkammer" in Neubrandenburg. Hier sollen ein Gast und ein Türsteher aneinandergeraten sein.
Thomas Beigang Die "Rumpelkammer" in Neubrandenburg. Hier sollen ein Gast und ein Türsteher aneinandergeraten sein.

Eigentlich sollte es ein entspannter Abend werden. Hatte sich Ben Bleich (Name geändert) jedenfalls so gedacht. Gemeinsam mit Kollegen wollte der junge Mann das Ende einer harten Arbeitswoche feiern und die kommenden freien Tage genießen. Aber alles kam anders. Denn statt in der „Rumpelkammer“, das Lokal wählten sich die jungen Leute aus, bei Bier und Mixgetränken zu sitzen, stand Ben Bleich bald auf der Straße. Und statt selbst etwas im Arm zu haben, fand sich der Feierlustige im Arm eines Türstehers wieder, der ihn vor die Tür setzte. Dumm gelaufen.

„Einer der Sicherheitsleute packte mich plötzlich am Arm und sagte mir, dass ich rausfliege, weil ich auf der Tanzfläche mit einem Glas Bier in der Hand stand. Dies sei nämlich verboten, hieß es.“ Und als seine Freunde den Türsteher zu beschwichtigen suchten, sei er ganz unvorbereitet von hinten mit einem festen Würgegriff gepackt worden. Der Unbekannte, so schildert Ben Bleich, hob ihn am Hals hoch und schleifte ihn gewaltsam aus dem Laden.

Türsteher greifen mehrmals im Monat ein

Die Sicherheitsleute in der „Rumpelkammer“ seien dafür zuständig, das Hausrecht im Lokal durchzusetzen, erklärt Raik Bernhardt, einer der Geschäftsführer des Lokals auf Nordkurier-Nachfrage. Der geschilderte Vorfall vom 10.  April sei ihm im Übrigen gar nicht bekannt. „Dann kann das auch kein ganz großes Ding gewesen sein“, so Raik Bernhardt.

Dass die Türsteher mal jemanden an die frische Luft setzen, sei so selten nicht, dies käme einige Male im Monat vor. „In der Regel sind dann immer zu stark Betrunkene davon betroffen, die sich nicht mehr zu benehmen wissen.“ Im Übrigen hätten alle Türsteher, die für die „Rumpelkammer“ arbeiten, die Sachkundeprüfung für Mitarbeiter des Sicherheitsgewerbes absolviert. „Die kennen sich also aus.“ Ob sich allerdings der Türsteher in dem Fall möglicherweise vergriffen habe, könne er nicht sagen. 

Gast erstattet Anzeige

Wohl aber der Betroffene: „Das war ein Eingriff in mein Recht auf körperliche Unversehrtheit“, will sich Ben Bleich noch immer nicht beruhigen. Deshalb hat der Mann, dessen Feierei ein so abruptes Ende fand, auch die Polizei eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Denn auch Türstehern ist beileibe nicht alles erlaubt, heißt es auf Nachfrage bei der Polizei. Wohl dürfen sie das Hausrecht der Lokalinhaber durchsetzen – aber nicht mit allen Mitteln. Türsteher dürfen sich zwar – wie jeder andere auch – in Notwehrsituationen unter Einsatz körperlicher Gewalt verteidigen, sie dürfen aber keinesfalls in den Aufgabenbereich der Polizei eindringen.

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