Rathaus-Pläne bereiten Wirtschaft Sorge:

Unternehmer kritisieren Steuererhöhung

Im März soll die Gewerbesteuer erhöht werden. Das ärgert viele Neubrandenburger Unternehmer. Nicht nur die Erhöhung an sich, sondern die Art und Weise. Sie wünschen sich eine bessere Kommunikation.

Ines Frenzel, Steuerberaterin bei Ecovis in Neubrandenburg und Vorstandsmitglied der RWI, tauscht sich mit RWI-Geschäftsführer Tino Ringhand zum Thema Gewerbesteuern aus.
Ingmar Nehls Ines Frenzel, Steuerberaterin bei Ecovis in Neubrandenburg und Vorstandsmitglied der RWI, tauscht sich mit RWI-Geschäftsführer Tino Ringhand zum Thema Gewerbesteuern aus.

„Da werden noch einige Unternehmer einen Schreck bekommen“, ist sich Steuerberaterin Ines Frenzel sicher. Dass die Stadtverwaltung den Gewerbesteuersatz von 420 auf 440 Prozent anheben will, hat sich in der heimischen Wirtschaft herumgesprochen. Von den Plänen haben die Unternehmer aber nur über den Nordkurier erfahren. Wieder einmal. Kein guter Stil, findet Ines Frenzel, die ehrenamtlich im Vorstand der Regionalen Wirtschaftsinitiative Ost Mecklenburg-Vorpommern (RWI) arbeitet und dort Ansprechpartnerin von 90 Firmen und Institutionen ist. „Die Kommunikation zwischen der Verwaltung und den Unternehmen ist nicht gut. Man wird vor vollendete Tatsachen gestellt und schlecht informiert“, sagt Ines Frenzel und spricht das aus, was ihr viele Unternehmen antragen.

Die geplante Anhebung der Gewerbesteuer bedeutet, dass eine Neubrandenburger GmbH bei einem Jahresgewinn von 100 000 Euro künftig 15 400 Euro an die Stadtkasse zu zahlen hat. Im Vorjahr waren es noch 14 700 Euro.

Erhöhung könnte rückwirkend zum 1. Januar gelten

Stimmen die Stadtvertreter dem Vorschlag der Verwaltung zu, dann gilt die Erhöhung rückwirkend zum 1. Januar. Die Unternehmer müssten dann nachzahlen. „Am Ende des Jahres plant man für das nächste Jahr. Dann kommt die Stadt im März und macht einen Strich durch die Rechnung“, kritisiert Ines Frenzel. Viele Unternehmer wären ihrer Einschätzung nach bereit, höhere Steuern zu zahlen, wenn mit dem Geld die Attraktivität des Standortes Neubrandenburg gesichert wird. „Wir brauchen mehr Transparenz, wofür die Stadt Geld ausgibt“, sagt Ines Frenzel.

Mit einem Hebesatz der Gewerbesteuer von 440 Prozent läge Neubrandenburg mit an der Spitze im Land. Nur Rostock liegt mit 465 Prozent noch darüber.

Kommentare (1)

ich bin der Meinung die Stadt schlägt da genau den Falschen Weg ein. Ist der Politik einmal in den Sinn gekommen, dass man mehr Geld einnehmen könnte, wenn man die steuern senkt? So schafft man Anreize für Unternehmen schafft sich hier an zu siedeln und vergrault nicht die wenigen die da sind indem man sie noch mehr zu schröpfen. Das würde nur mehr zu einer Abwanderung führen. Ich hoffe da ändert sich was wenn der neue OB im Amt ist