Vorwurf der Abzocke:

Urlauber von Blitzern genervt

Wegen der ständigen Blitzerei an der Seenplatte kündigt ein Tourist an, sich andere Ziele zu suchen. Sein Vorwurf: Ortsunkundige sollen in Radarfallen hinein fahren, um mit ihnen Kasse zu machen.

Weil es ihm in und um Neubrandenburg zu oft und zu viel blitzt, kündigt ein Urlauber der Seenplatte die touristische Freundschaft
Patrick Seeger Weil es ihm in und um Neubrandenburg zu oft und zu viel blitzt, kündigt ein Urlauber der Seenplatte die touristische Freundschaft

Wegen seiner „unfreiwilligen Beiträge zum Aufbau Ost“ hat Röderich Lilienthal, Tourist aus den alten Bundesländern, jetzt die Nase voll. Der Mann kündigte in einem Brief an den Nordkurier an, sich wohl oder übel in der Zukunft andere Gegenden als die Seenplatte für den Urlaub zu wählen. Es sei nahezu unmöglich, hier zu fahren, ohne eine Geschwindigkeitsübertretung zu begehen, so der Urlauber.

Selbst sein Navigationsgerät sei nicht in der Lage, die konkreten Höchstgeschwindigkeiten zu benennen, da sich in und um Neubrandenburg das Tempolimit alle paar Kilometer ändere. „Ich bin eigentlich bemüht, alle Regeln einzuhalten, aber die Gegebenheiten machen es einem sehr schwer“, so das Fazit des Autofahrers.

Aktueller Anlass für seinen Unmut: Geblitzt in der Demminer Straße in Neubrandenburg. Bei erlaubten 50 Stundenkilometern sei er stadtauswärts mit 63 „Sachen“ unterwegs gewesen. Dabei seien 60 km/h auf etlichen Abschnitten von Neubrandenburgs Straßen gestattet – dort aber nicht, beklagt er sich und nennt das Ganze eine „die ideale Möglichkeit, ortsunkundige Urlauber zur Kasse zu bitten“.

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Kommentare (10)

Was hat das mit ortskundig oder nicht zu tun? Die StVO ist doch eindeutig: Wo keine Schilder stehen, gilt die allgemein zugelassene Geschwindigkeit. Und die ist innerorts 50 km/h. Das sollte jeder Autofahrer mal gelernt haben. Das Grundproblem ist nur: Wenn man sich in Neubrandenburg an die Geschwindigkeitsregeln hält, wird man schnell zum Verkehrshindernis. Darüber sollten wir mal nachdenken.

Was sollen erst die vielen Einheimischen sagen, die Schwierigkeiten mit der Auslegung der Straßenverkehrsordnung haben?

Meines Wissens gilt die StVO bundesweit, also ist dieser Mensch Röderich Lilienthal auch zuhause genervt. Die Anzahl Geschwindigkeitsmeßgeräte ist noch zu gering bzw. sie stehen nicht immer sinnvoll, in diesem Punkt mag ich teilweise den vorstehenden Meinungen zustimmen. Hat dieser Urlauber auch schon mal bedacht, daß wir Einheimischen von den rasenden Urlaubern genervt sind ? Und von ihrem Fahrstil ? Rundumblick in die Landschaft, aber nicht voraus auf die Straße, Geschwindigkeiten manchmal gleichbleibend 70 km/h, auch wenn sie längst im Ort sind, zögerliches Verhalten bei Überholvorgängen (manchem scheint nicht bekannt zu sein, daß vor einem Überholvorgang es zweckmäßig sein kann, einen Gang herunter zu schalten, um bessere Beschleinigungswerte zu bekommen). Wir haben also alle an uns zu arbeiten, Urlauber eingeschlossen. Eine besondere Häufung von Meßstellen in ausgesprochenen Urlaubsgebieten vermag ich nicht festzustellen. Im Übrigen ist die Nutzung von Geräten in dem erwähnten Sinn der Zuschrift des R. Lilienthal verboten, stellt ein Geständnis dar und sollte nachträglich geahndet werden.

Sehr geehrter Herr "Leon", Ihr Wissen über die Technik von Navigationsgeräten scheint vor einigen Jahren stehen geblieben zu sein. Moderne Navigationsgeräte zeigen Ihnen auf fast allen Straßen die zulässige Höchstgeschwindigkeit an, und bei den meisten dieser Geräte können Sie einstellen, ob Sie bei einer Überschreitung dieser gewarnt werden möchten. Sie können auch 5 km/h, 10 km/h oder 15 km/h über der Höchstgeschwindigkeit gewarnt werden, ganz wie Sie möchten. Es ist nicht von einem Radarwarner die Rede, von dem Sie wahrscheinlich ausgehen. Es ist also kein Geständnis abgelegt worden und nichts muss nachträglich gehandet werden - höchstens Ihr Unwissen!

Mal einen Tipp von Wessi zu Wessi an Herrn Lilienthal: Weniger auf das Navi verlassen, mehr auf die Straße sehn. Denn da stehen die maßgeblichen Informationen, die helfen, die StVO einzuhalten. Das hilft nicht nur hier, auch in der Heimat und an jedem anderen Urlaubsort. ;-)

steht hinter jeden Baum ein Blitzer, so die Meinung vieler Urlauber. An manchen Tagen kommt man wirklich ins grübeln, da denke ich auch wer hat die denn heute alle rausgeschickt. Obwohl ich eher der gemütliche Fahrer bin, bekomme ich immer einen Schreck wenn ich so einen mobilen Blitzer sehe. Dir meisten Urlauber machen aber auf extra langsam um die Natur und Weite unseres Landes beim fahren zu genießen. Das stört dann wieder sicher die Kurierfahrer oder Brotfahrer die es immer besonders eilig haben, sitzt denen doch der Zeitdruck im Nacken. Und gepetzt wird nicht Leon.

Hier eine Aufmerksamkeitsaufgabe: in welchen Bereichen der Demminer Straße stadteinwärts darf man 60 kmh fahren? Wer antwortet, von Poco-Kreuzung bis Kranichkreuzung missachtet die Regeln. Mich dünkt trotzdem, dass diese zwei 50-kmh-Teilstücke keine sogenannten "Meckerstellen" sind, weil aus Gewohnheit seit Jahrzehnten die Mehrheit 60 kmh fahren und es sowieso niemanden interessiert ob da wer 50 kmh oder 60 kmh fährt. Zusatzfrage: warum ist vor dem Einsteingymnasium in der Demminer Straße stadteinwärts 60 kmh und stadtauswärts 50 kmh? Für Nicht-NBler diese Info: das Einsteingynasium steht an der stadteinwärtsführenden Straßenseite.

Möglicherweise liegt es daran, dass es stadtauswärts zwischen Kranichstraße / Torgelower Straße und Ponyweg / Usedomer Straße die Einmündung der Pasewalker Straße und einihe Grundstückszufahrten gibt. Stadteinwärts nichts dergleichen. Hat dann aber nichts mit der Schule zu tun - warum auch: Die Schüler verlassen und betreten das Gebäude in aller Regel auf der Rückseite. Telefonjoker könnte die Verkehrsbehörde sein.

Plausible Erklärung. Vielen Dank! Stadteinwärts wären die beiden Tankstellen "schuld". Zwischen Schimmelweg und Ponyweg/Usedomer Str. vermutlich eine Grundstücksausfahrt der Ex-Tierklinik. Dann müsste stadtauswärts zwischen Neuwoba-Ampelkreuzung und Poco-Kreuzung wegen der Tankstellenausfahrt 50 kmh sein. Dann wäre das 50er Schild hinter der Poco-Kreuzung Höhe Rückseite OBI widersinnig. Aber die Verkehrsbehörden kennen sich sicherlich besser mit dem Aufstellen von Verkehrszeichen aus :)

Niemand wird gezwungen, zu schnell zu fahren. Ich bin heute ohbe zu trldeln an 3 Blitzern vorbei gekommen und bin nich4 geblitzt worden. Schlimm ist folgendes: "Die schlimmsten Folgen im Verkehr hat nach wie vor zu schnelles Fahren: Etwa jedes dritte Todesopfer und fast ein Viertel aller Schwerverletzten seien auf diese Unfallursache zurückzuführen gewesen." (Statistisches Bundesamt; http://www.tagesschau.de/inland/verkehrstote-103.html). Zu schnelles Fahren ist KEIN Kavaliersdelikt. Und als sogenannter "Wessi", der gerade in MV auf Urlaub ist freue ich mich ausdrücklich darüber, dass der Zeitgenosse Hr. Lilienthal demnächst woanders Urlaub machen möchte - dann bin ich hier im Urlaub wenigstens etwas sicherer. Und noch was: Die Aussage des Herren Lilienthal, trotz der Zuhilfenahme eines Navis sich nicht an Geschwindikeitsbegrenzungen halten zu können, ist ja wohl die DÜMMSTE Ausrede überhaupt. Dazu braucht man kein Navi. Die zulässige Geschwindigkeit steht in der StVO bzw. auf den Verkehrszeichen am Straßenrand. Herr Lilienthal spielt hier nur beleidigte Leberwurst, weil er beim selbstverschuldeten, zu schnellen Fahren erwischt wurde. Kein Mitleid und/oder Verständnis von mir. Im Gegenteil: Meiner Meinung nach sind die Strafen für zu schnelles Fahren in Deutschland im Vergleich zu denen in anderen europäischen Ländern noch viel zu milde.