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„Versöhnung ist keine Einbahnstraße“

VonAndreas SegethAusgerechnet ein russischer Konsul warb vor 20 Jahren in Neubrandenburg für die deutsche Kriegsgräber- fürsorge. Seitdem ist viel ...

Stefanie Labs ist eines der jüngsten Mitglieder des Neubrandenburger Volksbundes Kriegsgräberfürsorge. [KT_CREDIT] FOTO: Segeth

VonAndreas Segeth

Ausgerechnet ein russischer Konsul warb vor 20 Jahren in Neubrandenburg für die deutsche Kriegsgräber- fürsorge. Seitdem ist viel passiert.

Neubrandenburg.Das Thema Kriegsgräberfürsorge ist heute genauso aktuell wie vor Jahren. Das findet zumindest Stefanie Labs. Die 29-jährige Studentin ist Mitglied beim Neubrandenburger Volksbund Kriegsgräberfürsorge. Vielleicht stammt ihre Verbundenheit mit dem Thema auch aus der Tatsache, dass sie bis April acht Jahre lang Soldatin bei der Bundeswehr war. Sie will vermeiden, dass das Thema Krieg und Kriegsgräberfürsorge in Vergessenheit gerät. Es sei wichtig, die Erinnerung zu bewahren, damit schreckliche Dinge sich nicht wiederholen, sagt sie. Gestern feierte der Neubrandenburger Kreisverband des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge sein 20-jähriges Bestehen. Sein Vorsitzender Burkhard Räuber erinnerte an die Anfänge, als die ersten Mitglieder noch von Teilen der PDS und SPD angefeindet wurden. Es sei ausgerechnet ein russischer Konsul gewesen, der damals für mehr Verständnis in Neubrandenburg sorgte, als er am Sowjetischen Ehrenmal in der Neubrandenburger Oststadt sagte: „Versöhnung ist keine Einbahnstraße“. Seitdem sind die heute 80 Mitglieder auf vielen Soldatenfriedhöfen in Europa aktiv gewesen, unter anderem auch mit Jugendlichen aus Polen und Deutschland, um die Erinnerung an die Vergangenenheit zu bewahren – „für eine friedliche Zukunft“, so Räuber.