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Vom Bewerbertag in den neuen Job

Dass jemand vom Fleck weg eingestellt wird, ist bei den Bewerbertagen der Arbeitsagentur eher die Ausnahme. Aber Kontakte entstehen immer, die bisweilen in einen Arbeitsvertrag münden können.

Sabine Wasmund (links) und Hendrik Kaiser vom Windparkservice waren im HKB nicht nur mit Bewerbern im Gespräch, sondern auch mit Vertretern von Arbeitsagentur, Jobcenter und von anderen Unternehmen.
Anke Brauns Sabine Wasmund (links) und Hendrik Kaiser vom Windparkservice waren im HKB nicht nur mit Bewerbern im Gespräch, sondern auch mit Vertretern von Arbeitsagentur, Jobcenter und von anderen Unternehmen.

Das ging mal fix. Um halb zehn stand der Mann bei Thomas Stedtler am Tisch, eine Stunde nach dem Gespräch saß er schon im Büro der Firma und hat seinen Arbeitsvertrag unterschrieben. „Das hat gepasst“, sagt der Niederlassungsleiter der Stüdemann Personal Service GmbH. Der Mann sei genau geeignet gewesen für die Arbeit im Helfer-Bereich, die die Zeitarbeitsfirma bei einem ihrer Kunden anbieten kann. „Arbeit ist genug da“, versichert Thomas Stedtler. Aber wie bei vielen Firmen mangelt es auch bei Stüdemann an Arbeitskräften. Das Unternehmen nutzte deshalb am Mittwoch den ersten Bewerbertag der Arbeitsagentur fürs verarbeitende Gewerbe im HKB, um Mitarbeiter zu finden.

Die Bewerbertage sind ein relativ neues Projekt der Agentur. Dabei stellen sich einige Unternehmen und Bildungsdienstleister vor. Arbeitssuchende, die geeignet sein könnten, werden eingeladen, man kann aber auch spontan kommen. So hatte die Agentur für die Veranstaltung am Mittwoch rund 40 Leuten eine Einladung geschickt, es fanden sich aber etwa 20 weitere ein, die im Nordkurier oder im Internet davon gelesen hatten, sagt Thomas Held von der Neubrandenburger Arbeitsagentur.

Einige Tage Arbeit zur Probe sind möglich

Dass es so schnell geht wie bei der Firma Stüdemann, ist dabei zwar eher die Ausnahme. Aber eigentlich, sagt Sven Gröhe von der Zeitarbeitsfirma Randstad, habe fast jeder eine Chance, „wenn er wirklich will“. Dann gebe es auch Unterstützung von der Arbeitsagentur.

Die Vertreter der Windparkservice GmbH haben am Mittwoch zumindest ein weiterführendes Gespräch vereinbart. Die potenziellen Bewerber müssten auf jeden Fall noch eine Trainingsmaßnahme machen, um als Servicetechniker für Windkraftanlagen arbeiten zu können.

Auch Peter Krüger weiß noch nicht genau, ob ihm der Bewerbertag einen neuen Mitarbeiter für seine Metallbau-Firma bringt. Auf Einladung der Arbeitsagentur war ein Metallbauer bei ihm, der demnächst seine Arbeit verliert. Ob der Mann und seine Firma zusammenpassen, muss sich erst noch zeigen. Mit Unterstützung der Arbeitsagentur kann er zur Probe einige Tage arbeiten, damit sich beide Seiten beschnuppern können.

Ein neuer Lehrling ab September; davon träumt André Wellsandt noch. Nach und nach gehen Kollegen in den Ruhestand, da ist Nachwuchs dringend nötig, sagt der Mann von der Firma Mues Werkzeugbau. Im vergangenen Jahr habe es für die Lehre zum Feinwerkmechaniker – früher hieß der Beruf Werkzeugmacher – eine Bewerbung gegeben, dieses Jahr gar keine.