Mit Kunstblut auf zur Party:

Von einem der auszog, das Gruseln zu lernen

Wenn das Blut nur so spritzt und Körperteile in alle Richtungen fliegen, kommen Horror- und Gorefans auf ihre Kosten. Make-up-Artist Frank Schröter sorgt dafür, dass das im Film auch glaubhaft wirkt.

Frank Schröter schminkte zu Halloween im Life am Ring.
Sebastian Haerter Frank Schröter schminkte zu Halloween im Life am Ring.

Mit Zombies kennt sich Frank Schröter bestens aus. Er weiß, wie sie aussehen, sich bewegen müssen – und schaut gerne zu, wenn sie zerhackt werden. „Das ist das Beste“, sagt er, lacht und malt Romy, Bedienung im Live am Ring, noch ein bisschen mehr Blut ins Gesicht. Der 43-Jährige ist Make-up-Artist. Wer da an Kosmetiktipps und Beautystyling denkt, liegt völlig falsch. Bei Frank Schröter muss es blutig zugehen: Er ist eher dafür da, Menschen gruseliger zu schminken, deformierter – halbtot eben, wie ein echter Zombie sein muss.

Im Live am Ring gestaltete er pünktlich zu Halloween die gesamte Belegschaft um zu Zombies, Hexen und anderen gruseligen Wesen. Auch mutige Gäste konnten sich auf den Schminkstuhl setzen und als kaum wieder zu erkennende Geister wieder aufstehen. „Die Idee dafür entstand spontan“, so Anke Zdila, Chefin des Live. „Wir kennen uns von früher, da schlug Frank das Gruselschminken vor.“ Denn der Make-up-Artist kommt ursprünglich aus Neubrandenburg. Vor 13 Jahren zog er fort, um sich das Maskenbildnern und anderen das Fürchten beizubringen. In Berlin besuchte er die Maskenschule und arbeitete anschließend an verschiedenen Filmen mit. Seine wahre Leidenschaft fand er schnell im Horror- und Fantasy-Genre. Erst vor vier Monaten zog er zurück nach Neubrandenburg, um näher an Berlin, dem Hauptdrehort der Filme zu sein.

„Ich bin für die special effects zuständig“, sagt Frank Schröter. Er sorgt dafür, dass ordentlich (Kunst)blut fließt, dass Zombies und andere Untote schaurig schön über die Leinwand zappeln und setzt auch die Pyrotechnik ein, zum Beispiel bei Schießereien. Wenn die von ihm kunstvoll geschminkten Charaktere dann unter Einsatz von Kettensägen oder im Kugelhagel zerfetzt werden und seine ganze Arbeit kaputt geht, macht ihn das aber nicht traurig.

Frank Schröter hat große Pläne. Da es noch keine eigene Ausbildung gibt für den Fachbereich „special effects“, träumt er davon, selbst eine Schule zu gründen.