Sicherheit:

Vorsicht, falscher Enkel und Betrüger an der Tür

Immer wieder werden Senioren  Opfer von Betrügereien. Mit einem neuen Projekt soll auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden.

Seniorensicherheitsberater Dietmar Panster  (Mitte) gibt dem Ehepaar Regina und Manfred Terrey noch einige spezielle Tipps.
Bärbel Gudat Seniorensicherheitsberater Dietmar Panster  (Mitte) gibt dem Ehepaar Regina und Manfred Terrey noch einige spezielle Tipps.

„Man traut sich ja abends gar nicht mehr auf die Straße“. In so mancher Seniorenrunde ist dieser Satz wohl schon mal gefallen. Johanna Wöhnert gibt zu: „Im Alter wird man ängstlicher“, und fügt dann hinzu,  „aber auch nachgiebiger“. Solche Nachgiebigkeit sorgt manches Mal dafür, dass Betrüger mit dem „Enkeltrick“ trotz der vielen Aufklärung immer wieder erfolgreich sind. Das Telefon klingelt und am anderen Ende meldet sich jemand mit „Omi, du musst mir helfen“.  Die Betrüger schleichen sich geschickt in das Vertrauen. Oder es steht ein freundlicher Handwerker ohne Ankündigung vor der Tür, der Blumenbote für den Nachbar, ein Glas Wasser wird erbeten oder ein Stift. Vorsicht, rät in solchen Fällen Dietmar Panster, Seniorensicherheitsberater der Polizei  Neubrandenburger. Die Maschen der Betrüger sind vielfältig.  „Gesundes Misstrauen schadet nicht“, rät er. Man sollte Kontrollanrufe  machen. Eine Liste mit den wichtigen Telefonnummern, die parat liegt,  kann schon helfen.

Dietmar Panster war viele Jahre bei der Verkehrspolizei, ehe er im Dezember 2014 in Rente ging. Jetzt ist der 60-Jährige Seniorensicherheitsberater.  Das Projekt wurde im Januar 2014 in Schwerin gestartet. Pensionierte Polizeibeamte mit ihren Erfahrungen übernehmen die spezielle Kriminal- und Verkehrsprävention bei den Senioren ehrenamtlich. Im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg sind es 18. In der Polizeiinspektion  Neubrandenburg  gibt es sieben solche Berater. „Ältere reden lieber mit Älteren“, ist sich auch Dietmar Panster sicher. Für ihn ist die Veranstaltung im Mehrgenerationenhaus im Reitbahnviertel seine Premiere als Seniorensicherheitsberater. Es wird schnell klar, er spricht die Sprache der Zuhörer. Allerdings hätten sich einige noch mehr ganz konkrete Beispiel  gewünscht. Erika Golberich hätte gern die Ratschläge an  konkreten Fällen abgearbeitet.  „Ich hätte außerdem gern gewusst, was unternimmt die Polizei, wie lange dauert es von der Anzeige bis zu Bestrafung.“  Die Oststädterin zweifelt auch die von Dietmar Panster vorgestellten Statistiken an.  Ihrer Meinung nach würden Ältere öfter Opfer von Straftaten. Die über 65-Jährigen waren nach Polizeiangaben im Bereich der Polizeiinspektion 2013 um die sieben Prozent von den Straftaten betroffen, Männer etwas häufiger als Frauen. Die meisten Opfer von Straftaten sind in der Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen zu finden. Gut ein Viertel aller Fälle betraf sie.