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Warnung vor giftigem Doppelgänger

Jetzt wächst und gedeiht der Champignon fast überall. Nicht ungefährlich, meint eine Pilzsachverständige.

Petra Bonin zeigt zwei Exemplare des giftigen Karbolchampignons.
Thomas Beigang Petra Bonin zeigt zwei Exemplare des giftigen Karbolchampignons.

Beim Anruf war schon alles zu spät. Schwindel, Erbrechen und Durchfall plagten am Wochenende einen Neubrandenburger, der sich am Montagmorgen auf Vermittlung des Giftnotrufes bei der Pilzsachverständigen Petra Bonin meldete. Die ließ sich beschreiben, was der Mann gesammelt und gegessen hat - nur Champignons. Aber für die Expertin war da schon alles klar. Der Sammler hat statt eines Wiesen- oder Anis-Champignon einen sogenannten Karbolchampignon verzehrt - und sich so vergiftet. "Ein gesunder Erwachsener übersteht das, gefährlich wird das bei älteren Leuten oder kleinen Kindern", warnt Bonin. Und gibt einen Tipp, wie der gute vom "bösen" Champignon zu unterscheiden ist: "Der Karbolchampignon färbt sich beim Putzen oder Schneiden gelb - Hände weg!".

Im vergangenen Pilzjahr sammelten die fünf Pilzsachverständigen des Landkreises immerhin unter anderem elf Knollenblätter- und sechs Pantherpilze aus den Körben der Pilzfreunde, die ihre "Ernte" von den Experten unter die Lupe nehmen ließen. "Und die", sagt Petra Bonin, "führen zum Tode oder schweren Krankheiten".