Shopping-Notstand bleibt:

Warten aufs Einkaufszentrum dauert zu lange

Ein Jahr soll allein die Erstellung eines neuen Bebauungsplans für ein Einkaufszentrum anstelle der alten Schule auf dem Lindenberg benötigen. Das sagt das Rathaus. Der Investor ist sauer.

Shoppingnotstand auf dem Lindenberg: Bis zu den nächsten Supermärkten muss man mindestens 20 Minuten Fußweg auf sich nehmen.
Ingmar Nehls Shoppingnotstand auf dem Lindenberg: Bis zu den nächsten Supermärkten muss man mindestens 20 Minuten Fußweg auf sich nehmen.

Schon in einem Jahr wollte er ein neues Einkaufszentrum auf dem Lindenberg eröffnen – da war Investor Peter Gerstenberg wohl etwas zu optimistisch. Dort, wo jetzt noch alte Schul- und Turnhallengebäude an der Kirschenallee stehen, sollen nach den Plänen seiner Berliner Firma PMC Consulting so schnell wie möglich Lebensmittel, Drogerieartikel, Tiernahrung und vielleicht auch Medikamente verkauft werden.

Nach einem Gespräch vor wenigen Tagen im Rathaus berichtete Gerstenberg jedoch ernüchtert, die Stadt brauche bei diesem Projekt nach eigenen Angaben „mindestens ein Jahr für den Aufstellungsbeschluss“. Dabei hatte er schon im Frühjahr auf einen Baubeginn gehofft. Die Drogeriemarktkette „dm“, die sich für den Standort interessiert hatte, sei daraufhin bereits abgesprungen, sagte Gerstenberg bei einer Diskussion zum Einzelhandel in der Stadt. Neben dem Drogeriemarkt sind laut Investor ein (roter) Netto-Supermarkt, die Tiermarktkette „Fressnapf“, ein Bistro und eventuell eine Apotheke am Standort vorgesehen.

Weil Gerstenberg der Stadt eine Planung für 1500 statt 800 Quadratmeter vorgelegt hat, fordert die ein zusätzliches Gutachten, um festzustellen, ob das Projekt ins Einzelhandelskonzept passt oder zu viel Kaufkraft von anderen Standorten abzieht. Der Stadtentwicklungsausschuss fordert seit längerem, dieses Konzept den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Die Bewohner wünschen sich eine Nahversorgung, die durch das Rathaus in den vergangenen Jahren immer wieder verhindert werde, so Vorsitzender Marco Messner (CDU). Der Investor habe die Handelsfläche aus Gründen der Wirtschaftlichkeit erweitert. Der Handel sei schnelllebig, müsse sich Veränderungen im Kaufverhalten stellen und sich Demografie sowie städtebaulichen Vorgaben anpassen. Damit zeitgemäße Investitionsabsichten nicht verhindert werden, brauche man ein überarbeitetes Konzept, das Planungs- und Rechtssicherheit für künftige Entscheidungen gebe.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung