Polizei sucht Zeugen:

Wer quälte dieses Reh?

Immer und immer wieder fuhren Menschen wohl mit Motorrädern über eine trächtige Ricke. Die Knochen brachen, Innereien zerfetzten. Nun ist sie tot. Doch die Polizei interessierte der Fall zunächst nicht.

Geschändet: Ein trächtiges Reh liegt in der Mitte von Motorradreifen-Spuren. Als es gefunden wurde lebte es noch und schrie vor Schmerz.
Günter Geschändet: Ein trächtiges Reh liegt in der Mitte von Motorradreifen-Spuren. Als es gefunden wurde lebte es noch und schrie vor Schmerz.

Der Jäger Rico Ramm ist entsetzt. Zwischen Tüzen und Kriesow fand er ein gequältes Reh. Das Grausamste daran: Es war nur halb tot. „Die Läufe waren gebrochen. Blut floss aus dem Maul. Hinten wurde Kot aus dem Körper gedrückt. An manchen Stellen war blanke Haut zu sehen, weil Haarbüschel heraus gerissen wurden. Das Tier klagte und schrie, es quälte sich.“ Ihm blieb nichts anderes übrig, als sein Messer zu nehmen und dem Leiden des geschändeten Geschöpfs ein Ende zu setzen.

Die tragende Ricke lag inmitten von Motorradreifen-Spuren. Deshalb vermuten die Jäger auch, dass es Motorradfahrer waren, die immer wieder über das noch lebende Tier gefahren sind.

Polizei hat lage falsch eingeschätzt

Als der hinzugerufene Jagdkollege Otto Günter daraufhin die Polizei rief, wurde ihm gesagt, dass kein Streifenwagen kommen werde. Er solle Bilder machen und damit am nächsten Tag im Polizeirevier Altentreptow Anzeige erstatten.

Bei der Polizei herrscht mittlerweile Betroffenheit. Carolin Radloff, Polizeihauptkommissarin im Polizeipräsidium Neubrandenburg, gibt zu, dass die Lage in der Einsatzleitstelle am Sonntag falsch eingeschätzt wurde. „Dieser Umstand ist nicht zu entschuldigen“.

Belohnung ausgesetzt

Jetzt wurde Strafanzeige erstattet. Zeugen melden sich bitte im Polizeirevier Malchin, Telefonnummer 03994 2310. Mehrere Jäger setzen 200 Euro Belohnung auf Hinweise aus, die helfen, die Täter zu überführen.

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Kommentare (5)

Ich leg noch 100€ auf die Belohnung drauf. Wohl gemerkt - aus meiner "Privatschatulle" Hans Schommer Bürgermeister der Gemeinde Hohenbollentin

Ich hoffe inständig, dass die Täter gefasst werden. Wer solch Grausamkeit gegen ein wehrloses Tier richtet, macht auch sicherlich vor Menschen nicht halt. Wie vergiftet muss der Mensch sein um auf solch abscheulicher Art und Weise ein Tier quälen? Das macht fassungslos und traurig. Diese fürchterliche Gewalt ist nicht auszuhalten. „Wer die Würde der Tiere nicht respektiert, kann sie ihnen nicht nehmen, aber er verliert auch seine eigene.“

Die Tierrettung Odenwald/Hohenlohe e.V. legt ebenfalls 100€ Belohnung noch dazu. Bernhard Klier, 1.Vorsitzende www.tierrettung-Odenwald-Hohenlohe.de

Zur Tierquälerei gebe ich einen umfangreichen Kommentar nicht ab - es ist abscheulich, wozu Menschen imstande sind. Höchst bedauerlich ist die Lageeinschätzung der Polizei. "Falsch eingeschätzt", hatten wir das nicht schon ein paar mal ? Clausnitz, Köln, Hamburg, Berlin ??? Daß die Polizei massiv an Ansehen verloren hat, sowohl hinsichtlich des Rückhalts in der Bevölkerung als auch als potenzieller Arbeitgeber - das hat auch mit den gravierenden "Leistungen" der Polizei zu tun. Es reicht eben nicht, als Innenminister mit dem Hubschrauber durch die Lande zu fliegen und Fördermittel und Kraftfahrzeuge zu verteilen - man(n) sollte auch etwas von der Polizeiarbeit verstehen. Heute wie früher werden Posten vergeben allein nach Parteizugehörigkeit und nicht nach Intelligenz und fachbezogenem Sachverstand. Gerade durch die Erfahrungen vieler Menschen im Straßenverkehr, wo täglich die häufigsten Rechtsverstöße begangen und NICHT geahndet werden, konnte sich die Erkenntnis bei sehr vielen Bürgern und Bürgerinnen heraus bilden und festigen, höchstwahrscheinlich auch bei anderen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten nicht erwischt zu werden, und wenn, dann werden im Höchstfall durch Rabaukenrichter entweder mildeste oder überhöht strenge Urteile ausgesprochen. Ein Rechtsbewußtsein leisten sich nur noch die wenigsten Bürger... Der allgemeine Werteverfall hat etwas mit der Ellbogenmentalität der sogenannten sozialen Marktwirtschaft des Kapitalismus zu tun. Es gibt Unmengen von Fahrerfluchten, Ladendiebstählen, Einbrüchen, und studieren Sie mal die Aufklärungsquoten lt. kriminalpolizeilicher Statistik: Wo schon nicht genügend Polizei vorhanden ist, um eine qualifizierte Tatortarbeit zu leisten, bleibt für Ermittlung und Verfolgung noch weniger Personal übrig. "Anreisezeiten" von Polizeidienststelle zum Tatort von 30 Minuten können durch mich belegt werden. In manchen Regionen wissen die Einwohner schon gar nicht mehr, welche Farbe die Uniform der Polizei hat. Null Toleranz kann nur die Devise lauten, und wo früher ein Polizist die Kneipe betrat, um fünf Ganoven dingfest zu machen, reichen heute nicht fünf Polizisten. Es sind bemitleidenswerte Mitmenschen, die Polizistinnen und Polizisten, sie verdienen unsere größte Unterstützung, wo immer wir sie antreffen mögen, so selten es auch vorkommen mag. Wahrscheinlich werden die Täter im vom Artikel beschriebenen Fall nicht zu ermitteln sein, und 4 Wochen später bedauert eine überlastete Staatsanwaltschaft, das Ermittlungsverfahren einstellen zu müssen.

welch widerwärtige Tat...schätze mal das waren postpubertäre Idioten von Männern die sich mittels Tierquälerei beweisen wollten, um ihr langweiliges Dasein für einen Moment spannend zu gestalten. einfach nur traurig. Da hat wohl nicht nur die Erziehung versagt. Wenn ihr nicht gefasst werdet, hoffe ich stark, euch geht auf andere Art und Weise eine Strafe zu. Ein Tier zu töten ist das eine, aber auf brutalste Weise zu quälen und dann sterbend zurückzulassen ist das Allerletzte.