Stichwahl am 15. März in Neubrandenburg:

Silvio Witt gewinnt erste Runde der OB-Wahl

Die Überraschung ist perfekt: Einzelbewerber Silvio Witt hat mit Abstand die meisten Stimmen bei der Oberbürgermeister-Wahl in Neubrandenburg geholt. Gereicht hat es jedoch nicht. Am 15. März wird es eine Stichwahl geben.

Maria Hantschmann Einzelbewerber Silvio Witt hat überraschend den ersten Wahlgang für sich entschieden.

Nach der Auszählung aller 58 Wahllokale steht eine Stichwahl zwischen Einzelbewerber Silvio Witt und dem Kandidaten der Partei Die Linke, Torsten Koplin, ins Haus. Sie wird am 15. März stattfinden.

Witt hat den ersten Wahlgang mit 43,1 Prozent der Stimmen für sich entschieden, Koplin vereinte 26,8 Prozent der Stimmen auf sich. CDU-Kandidatin Diana Kuhk liegt mit 16,7 Prozent auf Platz 3, es folgen Michael Nötzel (Einzelbewerber) mit 8,9, Michael Stieber (SPD) mit 4,2 und Manfred Pawlowski (FDP) mit 0,4 Prozent.

Von den 54 590 Wahlberechtigten haben sich 24 253 an der Abstimmung beteiligt. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 44,4 Prozent.

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Kommentare (15)

Das ist doch mal eine Überraschung. Wenn man sich in Neubrandenburg vor der Wahl umgehorcht hat, wurde immer wieder der Name Witt genannt - neben Diana Kuhk und Torsten Koplin. Dass der junge Mann jetzt aber so einen Durchmarsch hinlegt, hätten wohl auch seine optimistischsten Anhänger nicht prophezeit. Weitere Überraschung: Dass Diana Kuhk so deutlich "abschmiert". Spannend wird jetzt sein, wie sich die Wähler in der Stichwahl entscheiden. Vor allem die Kuhk- und Nötzel-Wähler bilden das Zünglein an der Waage: Gehen sie jetzt gar nicht mehr zur Wahl? Oder aber sagen sie sich - Hauptsache nicht Rot? Und: Wird Frank Benischke als Stadtvorsitzender der CDU eine offizielle Wahlempfehlung für die Christdemokraten ausgaben? Es bleibt spannend trotz des klaren Ergebnisses!!

Es sieht so aus, als wenn die Neubrandenburger mit ihrer Wahl ganz deutlich machen, was sie vom Parteien-Geklüngel auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Stadtebene halten! In Malchow wird am 26.04.2015 ebenfalls gewählt und man kann nur hoffen das dieser Funke ebenfalls überspringt und Schluß mit dem Parteien-Geklüngel ist.....Der Mensch und seine Probleme sollte in erster Linie im vorder grund stehen und kein Politisches Parteienklientel.....Wahre Demokratie kommt allen zugute und nicht nur einer bestimmten Gruppe von Parteien.........Und Honneckers Linke braucht dieses Land nicht----- die ewig gestriegen

Es ist schon bedenklich, dass nicht einmal die Hälfte der Neubrandenburger sich an der OB-Wahl beteiligen! Meckern, schimpfen und den OB verfluchen werden nachher wieder weit mehr als das! Erstaunlich - Herr Witt mit seinem Programm "Ich bin doch ein beliebter und guter Nbdb-er - schaut auf meine Foto's" hat dann wohl beste Chancen ... aber auch ein klares, VERBINDLICHES, soziales und umfassend bedachtes Konzept für alle Bürger der Stadt? Oder ist da sehr viel Populismus und Profilierungswunsch eher Vater des Gedankens? Noch eine totale Pleite a'la "Hoch-/Umgehungsstrasse" dürfen und können wir uns nicht leisten! Schau ich in unsere Schulen, kommt mir mein eigenes, 22 Jahre altes, Schulessen beinahe wieder hoch! NEUER OB - sei ein wahrer NEUBRANDENBURGER und kein Trugschluss - wer immer diese Aufgabe vollständig füllen mag ....

Wieso ist die Umgehungsstraße eine totale Pleite? Die ist noch nicht fertig, da wird noch dran gebaut ... Nur mal so.

Nur 44,4% Wahlbeteiligung, warum? Die Wähler nicht erreicht oder haben die Bürger erkannt, das ein neuer OB nichts an dem Klüngel in dieser Stadt ändern wird? IM Koplin ist die schlechteste Alternative, S.Witt hat wohl die besten Chancen auf den Posten. Ob Witt den Ansprüchen gerecht wird, werden kann? Man wird sehen....denn die Zwänge aus Landespolitik und Klüngel bleiben die gleichen wie vor der Wahl. Oder irre ich hier?

Ich sehe das mit dem Klüngel etc., den die Menschen satt haben, etwas differenzierter. Das ist sicher was dran. Allerdings hat der Gesetzgeber ja zurecht die Wahlen für die Bürgermeister und Landräte als Personenwahlen beschlossen. Das hat Silvio Witt professionell genutzt. Er hatte offensichtlich viele Unterstützer um sich geschart und durch seine öffentliche Auftritte aber auch durch seine sympathische Wahlwerbung überzeugt. Damit war sein Wahlkampf etwas dezenter als vor sieben Jahren der des "Neuen", der ja seinerzeit ziemlich brachial über uns gekommen war. Ich zitiere mal Micha Stieber aus dem heutigen Nordkurier: "Silvio Witt war präsent, konnte sich darstellen, hatte seine Anhänger in den Kommunalwahlforen und konnte Leute aktivieren." Das haben alle anderen Kandidaten halt weniger gut hinbekommen. Den zweiten bemerkenswerten Satz bei der heutigen Zeitungslektüre sprach Neubrandenburgs CDU-Chef Frank Benischke. Angesprochen auf eine eventuelle Wahlempfehlung der CDU für die Stichwahl meinte er: Ein Kandidat sei aus CDU-Sicht moralisch nicht tragbar, der andere fachlich nicht geeignet. Heißt übersetzt: Koplin war IM und sei deshalb nicht tragbar. Witt erscheint Benischke fachlich nicht geeignet, obwohl er ja immerhin ein BWL-Studium nachweisen kann, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.

Aber gerade der Hr. Beniscke mit seiner Vita gehört doch diesem Klüngel an, gerade er hält einen IM für nicht tragbar? Unglaublich....wann fand dieser Mensch zu seinem "Glauben" so er denn einen hat? Oder wofür steht das C in der CDU? Gerade dieser Typus widert die meisten doch an! Der Herr Witt soll die Chancen nutzen....

... wie kommt es dann nur, dass die überwiegende Zahl derer, die zur Wahl gingen, den jahrelang aufgebauten Kandidaten zweier etablierter Parteien eben nicht ihre Stimme gaben. Darüber sollten diese Fraktionen mal nachdenken, bevor einer von denen so etwas vor sich hin blabt. Herr Witt hatte wohl das bessere Konzept, die Wähler hielten ihn für den geeigneteren Kandidaten und manche davon waren es eventuell auch einfach leid, wie diese beide Fraktionen im Moment in Stadtvertretung und Kreistag agieren. Man sollte es als Denkanstoß verstehen. Und mal ehrlich, auf eine Wahlempfehlung des hiesigen CDU-Chefs kann der mündige Wähler/Christdemokrat nun wirklich verzichten. Er lag schließlich schon bei seiner für den gestrigen Tag daneben.

Ich hoffe echt nur, dass die Neubrandenburger endlich aufwachen und einen neuen Bügermeister wählen, der der Stadt gerecht wird. Von den angeführten Kandidaten kann es nur Silvio Witt sein, alle anderen haben mehr oder weniger Flecken in ihrer Biografie !!!! Schon die Nennung des Namens Benischke im Umfeld dieser Wahlen dürfte Abneigung in höchster Potenz erzeugen, absolut nicht dienlich zum Wohle der Stadt Neubrandenburg. Auch IS-Spitzel, die sich in dieser Wahl als gönnerhaft präsentieren, sind für den weiteren Weg dieser Stadt absolut nicht förderlich. Bei den Stichwahlen also bitte genau überlegen, gilt besonders für ältere Neubrandenburger. !!

Unseres Wissens ist unter den Bürgermeisterkandidaten kein IS-Spitzel.

Wer eine Vergangenheit hat, hat keine Zukunft! Echt tolle Einstellung! Die Frage ist: Wer von beiden macht es in den nächsten 7 Jahren besser?

Ich bin weiß Gott kein Roter, aber ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und meine Stadt. Silvio Witt hatte gefühlt 10 mal so viele Plakate, Inserate etc. wie alle anderen Kandidaten (mit Ausnahme von Herrn Nötzel mit seiner agressiven Online-Werbung). Die Frage, die sich mir als Beobachter beim Anblick dieser Werbeflut stellt ist folgende: Wie viel mag das kosten? Wo kommt dieses Geld her? Und vor allem: wer hat gespendet? sind es vorrangig Privatleute oder wirtschaftliche Interessenten, die den Wahlkampf finanzieren? Ein wichtiger erster Schritt, um den alten Parteienfilz aufzulösen und für Transparenz zu sorgen, wäre in meinen Augen die Offenlegung der Wahlkampffinanzen und zwar VOR der Sichwahl am 15. März. Von Herrn Koplin erwarte ich genau das selbe, wenn er meine Stimme haben möchte.

...toller Hinweis ;-) War das alles zum Thema?

Ein OB braucht Unterstützung in der Stadtverordnetenversammlung, mindestens eine Fraktion - OB für alle klingt im Wahlkampf ganz gut aber in der Realpolitik? Wem steht er politisch nahe, wo will er die Unterstützung her kriegen, schließlich ist er OB und nicht König (ok. das hat sich so mancher gewünscht!) und bleibt er parteilos oder findet er eine politische Heimat ? Und tritt er dann zurück oder haben wir dann doch einen OB mit Parteibuch? Traue keinem der da ist ohne einen Fürst!

Ein parteiloser OB , bzw ein OB ohne eine Fraktion im Rathaus ist ähnlich viel wert wie ein Bundespräsident: Er kann versuchen die Stadt zu repräsentieren.