Zoff um Sozialstation:

Widerspruch gegen Umzug

In der Kirchengemeinde Mölln herrscht Unruhe. Anlass ist der mögliche Umzug der Sozialstation. Sie soll nach Rosenow umziehen. So will es die Mehrheit des Kirchengemeinderates. Aber war die Abstimmung korrekt?

Pastorin Carstensen: Sozialstation ist in Mölln gut verankert. 
Christina Weinreich Pastorin Carstensen: Sozialstation ist in Mölln gut verankert. 

Über die Zukunft der Sozialstation hatte der Kirchengemeinderat abgestimmt. Das Votum: 4:2 für einen Umzug nach Rosenow. Kirchenältester Gerd Möller ist über das Vorhaben stinksauer und hat nach Nordkurier-Informationen Widerspruch dagegen eingelegt. „Ich sehe keinen Sinn darin. Und viele andere in der Gemeinde auch nicht. Warum also ein Umzug?“ 

Rosenows  Bürgermeister Norbert Stettin hat indes klare Vorstellungen, wie es senioren- und altersgerecht in seiner Gemeinde weiter gehen soll. Dazu will die Gemeinde das Gebäude neben der Kita kaufen, um dort altersgerechtes Wohnungen entstehen zu lassen. Doch reichen die Pläne weiter: Die Kita soll aus ihrer Heimstatt ausziehen. Das Jugend- und Sozialwerk gGmbH Oranienburg, Träger des Rosenower Schulzentrums, habe einen Bauantrag gestellt, am Schulhaus einen Anbau vorzunehmen. Dort sollen dann die Kita-Kinder einziehen. „Somit wäre eine Betreuung der Kinder von 0 bis 12 Jahren möglich“, so Stettin. Die frei werdende Kita bliebe nicht leer. „Hier hat die Möllner Diakonie-Sozialstation mit ambulantem Pflegedienst Bedarf angemeldet. Eine Tagesbetreuung soll entstehen, darüber hinaus ein Büro für die Pastorin. Allerdings muss das erst alles saniert werden“, drückt Norbert Stettin auf die Bremse.

Rosenow sei für die Sozialstation ein guter Ort. Dort sei eine Lücke entstanden, die die Diakonie nun schließen wolle. „Sonst kommt ein anderer“, sagt Pastorin Britta Carstensen. Sie wisse, dass sie mit einem Wegzug zwar in Rosenow eine Lücke schließe, aber gleichzeitig eine in Mölln aufreiße. „Aber wir müssen an die Zukunft denken“, appelliert sie.

Warum nun der Unmut des Kirchenältesten Möller? An der Abstimmung soll sich die Leiterin der Sozialstation Ute Homut beteiligt haben, die in Rosenow lebt. Sie sei zweifach befangen und hätte sich nicht am Votum beteiligen dürfen. Deshalb soll er gefordert haben, das Verfahren zu wiederholen. Das wird nun geprüft. Pastorin Carstensen war am Montag nicht erreichbar.