Nerven der Bürger liegen blank:

Windkraft-Minister rechnet nun mit Klagen

Seit März warten die Gemeinden auf eine Entscheidung zum geplanten Windpark bei Tützpatz. Doch das Ministerium lässt sich viel Zeit mit der Prüfung.

Dass er hier nicht mit Freunden des massiven Windkraftausbaus ins Gespräch kommt, ist dem Minister schon vor dem Letziner Bürgerhaus klargemacht worden. Foto: A. Brauns
Dass er hier nicht mit Freunden des massiven Windkraftausbaus ins Gespräch kommt, ist dem Minister schon vor dem Letziner Bürgerhaus klargemacht worden. Foto: A. Brauns

Kulturvoller Umgang – das war oberstes Gebot bei einem Bürgerforum zur Windkraft mit Energieminister Cristain Pegel (SPD) in Letzin. Auch wenn gerade bei diesem Thema die Wellen der Entrüstung bei vielen Menschen hochschlagen. Eine Erkenntnis nahmen die Abgeordneten und Bürger aus den Gemeinden Gnevkow, Gültz, Pripsleben, Tützpatz und Altentreptow wenigstens mit: Vor der Sommerpause wird der Minister wohl nicht mehr zum Windkraft-Projek bei Tützpatz entscheiden.

Das findet man in der Region nicht gut. „Unsere Nerven liegen blank“, so Pripslebens Bürgermeister Kai-Uwe Zirzow. Und auch Gerhard Quast von der Altentreptower Wählergemeinschaft, der das Forum moderierte, meinte, der Minister spiele durch das Herauszögern mit den „Ängsten der Leute“. Es sei nicht nachvollziehbar, dass dem Investor immer wieder Gelegenheit gegeben werde, das Projekt nachzubessern und Änderungen nachzureichen, sagte der Tützpatzer Bürgermeister Gunter Bilinski.

Aber in diesem Fall nimmt es das Ministerium mit der Prüfung ganz genau, denn „am Ende des Tages ist egal, wie ich entscheide, wir werden Klagen bekommen, deshalb machen wir das ganz sorgfältig“, so Pegel.