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Wo soll die „Trauernde“ stehen?

VonIngmar NehlsAuf Initiative des Demokratischen Frauenbundes soll ein Denkmal für die vielen Zwangsarbeiterinnen in der Viertorestadt aufgestellt werden. ...

Konzertkirche

VonIngmar Nehls

Auf Initiative des Demokratischen Frauenbundes soll ein Denkmal für die vielen Zwangsarbeiterinnen in der Viertorestadt aufgestellt werden. Wie es aussehen wird, ist klar, nicht aber, wo es stehen soll. Möglichst zentral, möglichst an einem belebten Ort.

Neubrandenburg.Wer vom Bahnhof aus in die Stadt kommt, sieht die Stadtmauer, das Fritz-Reuter-Denkmal, den Mudder-Schulten-Brunnen und natürlich den Kulturfinger. Ein Mix aus Ackerbürgerstadtromantik und DDR-Architektur.Neubrandenburg hat aber auch ein anderes, ein dunkles Kapitel.
In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges mussten über 6000 weibliche Häftlinge in Neubrandenburger Rüstungsbetrieben unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. In der Stadt entstand das größte Außenkommando des Frauen-KZ Ravensbrück mit dem Außenlager an der Ihlenfelder Straße und dem Waldbaulager.
Die Erinnerung an das Opfer dieser Frauen möchte der Demokratische Frauenbund wach halten und plant einen Gedenkort. Spätestens 2015 zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück soll der Gedenkort fertig ein. Wie das Denkmal „Die Trauernde“ aussehen wird, ist geklärt, nicht aber, wo es stehen soll.
„Ich wünsche mir einen Standort im Herzen der Stadt, wo Menschen täglich vorbeigehen“, sagte Sieglinde Scheel vom Demokratischen Frauenbund beim jüngsten Treffen der AG „Gedenkort KZ-Außenlager NB“. Sie favorisiert den Bahnhofsvorplatz oder den Platz vor dem Franziskanerkloster.
Eleonore Wolf, Leiterin des Stadtarchivs und Mitglied der AG, bringt als möglichen Standort auch die ehemalige Konzerthauswiese vor dem Stargarder Tor ins Spiel. „Uns ging es auch darum, einen Punkt der Ruhe zu finden“, erklärte Eleonore Wolf ihren Vorschlag. Auch am Stargarder Tor, für Fußgänger und Radfahrer der südliche Eingang zur Innenstadt, würden viele Menschen vorbeikommen. Außerdem hätte man hier auch Raum, damit die Bronzeplastik des Rostocker Bildhauers Wolfgang Friedrich wirken könne.
Wie groß die Plastik wirklich wird, sei abhängig von dem Platz, an dem sie aufgestellt werden soll. Mit dem Stargarder Tor kann sich Gisela Ohlemacher vom DGB nicht so recht anfreunden. „Die Plastik gehört richtig in die Innenstadt“, fordert sie und schlägt einen Standort an der Konzertkirche vor. Nicht an der Stargarder Straße, wo bereits die Wölfin von Walther Preik steht, sondern eher an der Seite. Hierzu müsse aber der Planer befragt werden. Ein weiterer Vorschlag der AG ist der Vorplatz der Johanniskirche, vorausgesetzt, die Kirche stellt den Platz zur Verfügung.
Sieglinde Scheel würde am liebsten am Bahnhofsvorplatz festhalten. Hier ist aber nicht klar, wie dieser gestaltet wird und darum könnte es mit dem Ziel, 2015 den Gedenkort einzuweihen, knapp werden. Ob sich ein Platz vor dem Franziskanerkloster findet, konnte in der Runde nicht geklärt werden. Im nächsten Schritt wollen sich die AG-Mitglieder die fünf vorgeschlagenen Orte noch einmal genau anschauen.
Damit „Die Trauernde“ aber überhaupt in die Viertorestadt einziehen kann, müssen weiter Spenden eingesammelt werden. Die Kontonummer dafür ist die 3040414924, BLZ 15050200, bei der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, Kennwort „Die Trauernde“.
Wir wollen von Ihnen wissen, welchen Standort Sie für das Denkmal bevorzugen. Stimmen Sie ab!

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i.nehls@nordkurier.de