Windkraft-Ablehnung hat Folgen:

Wolkower sollen für Widerspruch zahlen

Viele Menschen melden sich zur Zeit zu Wort, um weitere Windräder in der Region zu verhindern. Wenn's um ein Eignungsgebiet geht, kostet das auch nichts. Wer sich aber gegen genehmigte Anlagen wehrt, muss mit Kosten rechnen.

Der Papierwust ist seit 2008 immer größer geworden, aber erreicht haben Denise Diederich und weitere Wolkower nichts gegen die Windräder. 
A. Brauns Der Papierwust ist seit 2008 immer größer geworden, aber erreicht haben Denise Diederich und weitere Wolkower nichts gegen die Windräder. 

„So werden die Leute doch mundtot gemacht. Hört die Demokratie denn bei der Windkraft auf“, fragt Denise Diederich. Ein ganzer Stapel Papier liegt vor ihr. Alles vollgeschrieben im Bemühen, Windräder hinter ihrem Dorf Wolkow zu verhindern. Alles vergeblich. Die sechs Windräder, gegen die sie sich gemeinsam mit Matthias und Sabine Hoppe seit 2008 zur Wehr gesetzt hat, stehen schon seit Jahren und es sind noch mehr dazu gekommen. Die Rechnung für ihren Widerstand haben die Wolkower bereits vor zwei Jahren präsentiert bekommen. Sie sollen jeweils 150 Euro Widerspruchsgebühr bezahlen. Auch dagegen haben sie Widerspruch eingelegt, aber das ist ebenfalls abgelehnt worden.

„Wenn es solche Folgen hat, seine Bürgerrechte wahrzunehmen, dann macht irgendwann keiner mehr Gebrauch davon“, fürchtet die Wolkowerin. Dabei kann sie den Vorgang verwaltungstechnisch inzwischen schon nachvollziehen, aus Sicht der Demokratie aber nicht. Schon als die Wolkower sich 2008 mit einer mühsam erarbeiteten Stellungnahme am Raumentwicklungsprogramm beteiligten, in dem auch das Windeignungsbiet zwischen Wolkow, Breesen und Teetzleben enthalten war, hatten sie den Eindruck, „als ob das keinen interessiert“. Denn eine Reaktion auf ihre Einwendungen hätten sie nie bekommen. Deshalb legten sie sofort Widerspruch beim Amt für Landwirtschaft ein, als sie 2012 im Amtskurier lasen, dass die ersten sechs Windräder genehmigt wurden, es aber noch eine Widerspruchsmöglichkeit gebe. Von Gebühren habe da nichts gestanden, so Denise Diederich.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umweltargumentiert damit, dass die Gesetze, die die Widerspruchskosten regeln, für jeden zugänglich seien. Die Wolkower haben ihre Widersprüche damals sogar einzeln, wenn auch mit gleichem Wortlaut abgeschickt und als Begründung ihre Stellungnahme von 2008 angehängt. Deshalb sollen jetzt auch alle drei die Widerspruchskosten zahlen.

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