Ausstellung im Neubrandenburger Regionalmuseum:

Zeugen der Wende aus der Versenkung geholt

So kann es nicht weitergehen. Die DDR muss reformiert werden. Mit dieser Überzeugung gingen 1989 auch in Neubrandenburg viele Menschen auf die Straßen. Was sie forderten, zeigt eine Ausstellung im Franziskanerkloster.

Museumsmitarbeiter Ralf Bruse hängt Original-Transparente von den Demonstrationen in Neubrandenburg auf.
Ingmar Nehls Museumsmitarbeiter Ralf Bruse hängt Original-Transparente von den Demonstrationen in Neubrandenburg auf.

„Stagnation, Eigennutz, Demagogie“, „Misstrauen ist die 1. Bürgerpflicht“, diese und andere Botschaften schrieben unzufriedene Neubrandenburger im Herbst 1989 auf Banner und zogen damit durch die Stadt.

Es ist einem blickigen Museumsmitarbeiter zu verdanken, dass einige dieser Transparente für die Nachwelt erhalten geblieben sind. Denn nach den Demonstrationen bat er die Leute darum, ihre Transparente für das Museumsarchiv zur Verfügung zu stellen. Jetzt sind sie das Herzstück einer Ausstellung im Franziskanerkloster, die Dienstag um 17 Uhr eröffnet wird.

„Herbst 1989 – 25 Jahre Friedliche Revolution in Neubrandenburg“ lautet der Titel der Ausstellung, „Dieses Thema ist in der ständigen Ausstellung gegenwärtig nicht zu sehen“, sagt Museumsleiter Rolf Voß. Darum habe es sich angeboten, die Fläche für Wechselausstellungen im Dachgeschoss des Regionalmuseums zu nutzen. Hier legen Museumsmitarbeiter Ralf Bruse und Rolf Voß noch Hand an, damit auch alles pünktlich fertig wird.

Fotos von den Wende-Demonstrationen

Ralf Bruse hängt einen Stadtplan auf. An dem können die Besucher einzeichnen, wo die Demonstrationen lang gezogen sind. Einer, der damals mitgegangen ist, liefert einen weiteren Baustein der Ausstellung. Der Neubrandenburger Hans-Jürgen Schulz hat die Geschehnisse fotografiert. Einige seiner Aufnahmen sind zu sehen. Worüber sich Rolf Voß besonders freut, ist, dass im Archiv des Museums auch drei Original-Transparente gefunden werden konnten, die auf den Fotos von Hans-Jürgen Schulz zu sehen sind. Vielleicht werden bei der Eröffnungsfeier auch einige Zeitzeugen anwesend sein. „Wir haben Hans-Jürgen Schulz und andere angeschrieben und eingeladen“, sagt Rolf Voß.

In Glasvitrinen platzieren Voß und Bruse Exponate, die sie von der Neubrandenburger Außenstelle der Stasi-Unterlagen-Behörde erhalten haben. Die Ausstellung ist nämlich in Kooperation mit der Gruppe „augenzeuge89“, der Kirchengemeinde Sankt Johannis Neubrandenburg und der BStU Außenstelle Neubrandenburg entstanden.

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