Tanzen lernen ist gar nicht so schwer:

Zu Hause wird ohne Musik geprobt

Etwa zehn Paare nutzen derzeit die Chance, in einem Kurs beim Sportclub Neubrandenburg ordentlich Tanzen zu lernen. Dafür opfern sie gern ihre Freizeit. Für viele Kursteilnehmer sind die Tanzstunden inzwischen ein schöner Auftakt ins Wochenende.

Claudia Duwe hat den Tanzkurs zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ihr Mann Manfred wurde aber vorher gefragt, ob er auch mitkommt. Wie man sieht, macht er das - und sogar gern.
Paulina Jasmer Claudia Duwe hat den Tanzkurs zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ihr Mann Manfred wurde aber vorher gefragt, ob er auch mitkommt. Wie man sieht, macht er das - und sogar gern.

Andrea Hirsch hat sich für den Tanzkurs extra Schuhe gekauft. „Dabei laufe ich sonst im Alltag nur in flachen Tretern herum“, gibt sie zu. Zwar habe sie in den nigelnagelneuen Riemchenschuhen keine Blasen bekommen, aber umknickt sei sie schon mehrfach. Ärgerlich. Dabei steht doch bald das große Ereignis an – der Abschlussball am kommenden Wochenende.

Andrea Hirsch und ihr Mann Steffen gehören zu den Paaren, die beim Tanzkurs der Abteilung Tanzen des Sportclubs Neubrandenburg (SCN) die Schritte für den Diskofox, den Langsamen Walzer, Tango oder Cha-Cha-Cha lernen möchten. Zehn  Stunden nehmen sie dafür. Das Gelernte soll nun bald bei einem Ball gezeigt werden. Andrea Hirsch wird dabei aber nicht im pompösen Ballkleid erscheinen, sagt sie. Sie habe ein schönes Oberteil und einen Rock. Das passt schon. Mit ihrem Mann kann sie vor dem Großereignis keine Extra-Tanzstunde in den eigenen vier Wänden einlegen, denn Steffen Hirsch ist unter der Woche viel unterwegs. Also müssen die Übungsstunden genutzt werden, um alles zu lernen.

Zum Abschlussball sind nur die Tänzer des SCN eingeladen. Das können viele werden, zählt die Abteilung doch allein um die 165 Mitglieder. Abteilungsleiter ist Wolfgang Baltz, der selbst begeisterter Tänzer ist. Von seiner Frau wird er oftmals zu einem Tänzchen zu Hause gebeten, wie er berichtet.

Die schnellen Tänze bereiten noch Probleme

Die gute Stube als Tanzparkett – das haben auch Helga und Lienhard Franz schon probiert. Es komme oft vor, dass sie im Wohnzimmer einige Tänze hinlegen, allerdings ohne Musik. „Da zählen wir eher mit“, sagt die 70-Jährige Helga Franz. Das, was man bei einem Tanzkurs lernt, habe nichts mit dem zu tun, was man auf dem Tanzboden auf dem Dorf zeigt, hat sie beobachtet. Insbesondere die schnellen Tänze wie Cha-Cha-Cha bereiten den Rentnern ein paar Schwierigkeiten. Beim Abschlussball können sie leider nicht dabei sein, aber Helga und Lienhard Franz haben ein Feriendomizil am Oderhaff. Dort würde auf den umliegenden Dörfern oft zum Tanz aufgespielt werden. „Hauptsache wir bleiben in Bewegung“, geben die Neubrandenburger als Ziel aus.

Sich ausprobieren, das wollten hingegen Manfred und Claudia Duwe. Kostet es eigentlich einen Mann Überwindung, sich freiwillig für einen Tanzkurs zu begeistern? Heißt es doch allgemein, dass eher die Damen dem Tanzen zugeneigt sind. Manfred Duwe lächelt. Die eigenen Kinder hätten seiner Frau einen Gutschein für den Tanzkurs geschenkt. „Aber sie haben mich vorher gefragt!“, fügt der Mann hinzu. Das war ihm offenbar doch wichtig gewesen – und natürlich ist er seinen Angetrauten zum Kurs gefolgt.

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