Jetzt ist Bürgerbeteiligung gefragt:

Zum Fest gibt’s Asbest-Unterlagen

Wird die Deponie in Ramelow genehmigt oder nicht? Jetzt geht es in die heiße Phase. In dieser Woche wurde bekannt gegeben, dass die Unterlagen dafür für jeden, der Interesse hat, ausliegen. Wer etwas dagegen hat, kann sich zudem zu Wort melden.

Vor zwei Jahren haben die Ramelower erfahren, dass Bauschutt in ihrer Umgebung deponiert werden soll, genau wie Asbest, Schlacke und Kesselstaub. Unmut machte sich nicht nur in Ramelow breit, sondern in den Nachbarorten und Friedland. In einer Bürgerinitiative haben sie Gegner zusammengefunden und kämpfen seitdem gegen das Vorhaben.
A. Seidel (Archiv) Vor zwei Jahren haben die Ramelower erfahren, dass Bauschutt in ihrer Umgebung deponiert werden soll, genau wie Asbest, Schlacke und Kesselstaub. Unmut machte sich nicht nur in Ramelow breit, sondern in den Nachbarorten und Friedland. In einer Bürgerinitiative haben sie Gegner zusammengefunden und kämpfen seitdem gegen das Vorhaben.

Die Ramelower sind sicher: Wenn es ihre Aktionen gegen die Deponie nicht gegeben hätte, würden schon die Laster mit Asbestabfällen über die Straßen rollen, um diese in Ramelow abzu­liefern. Doch jetzt dauert der Kampf gegen das Vorhaben, am Dorfrand von Ramelow eine Bauschuttdeponie einzurichten, genau zwei Jahre. Dort, wo einmal Lehm für den Galenbecker See ausgebaggert wurde, plant die Güstrower Kies und Mörtel GmbH (GKM) Bauschuttabfälle zu deponieren.

Jetzt wird es ernst. In dieser Woche wurde amtlich bekannt gegeben, dass die GKM eine Deponie Klasse I in Ramelow (Stadt Friedland) einrichten möchte. Jetzt ist die Öffentlichkeit gefragt, Stellung zu beziehen. Denn die Antragsunterlagen liegen im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) und im Friedländer Amt vom 17. Dezember bis zum 16. Januar des nächsten Jahres aus.

Doch das erregt erneut den Zorn der Ramelower. „Da über die Weihnachtsfeier­tage und den Jahreswechsel die Behörden geschlossen haben, wurde praktisch die Einsicht in die Antragsunterlagen für die Bevölkerung von der Genehmigungsbehörde zeitlich stark reduziert“, kritisiert Lutz Grünler im Namen von Einwohnern aus Ramelow, Schwanbeck, Dishley, Bresewitz und Friedland.

„Die praktizierte Verfahrensweise ist widerrechtlich, da hier Bürgerrechte, wie sie nach gesetzlichen Vorgaben im Bundesimmissionsschutzverfahren gefordert werden, nicht sachgerecht gewährt werden“, moniert auch Hans Witte, Landwirt und Vorsitzender der BUND-Gruppe „Landgrabental“.

Beide Sprecher fordern von den Genehmigungsbehörden, die Fristen um mindestens weitere 14 Tage zu verlängern, um den Bürgern in Ramelow und Umgebung Möglichkeiten zur Einsichtnahme zu gewähren.

Auch vom Amt Friedland sowie dem Landkreis Mecklenburgische Seen­platte erwarten die Einwohner Unterstützung für eine Fristverlängerung vom Staatlichen Amt für Umwelt bei der öffentlichen Auslegung. Das wird auch passieren, heißt es aus dem Amt der Kleinstadt. „Wir haben beim Staatlichen Amt einen entsprechenden Antrag gestellt, damit die Einsicht in die Unterlagen länger möglich ist“, macht Bauamtsleiterin Sigrid Häberer deutlich. Sie hofft auf zwei Wochen Verlängerung.

Eine Entscheidung ist damit jedoch nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Die Stadt wird die Antragsunterlagen noch einmal genau unter die Lupe nehmen. „Und dann machen wir unsere Einwände geltend“, so die Bauamtsleiterin. Auch die Bürgerinitiative hat ihre Stellungnahme fertig.

Aber nicht nur Institutionen und Verbände können sich an dem Verfahren beteiligen, appelliert die Bürgerinitiative „Stoppt die Schadstoffdeponie in Ramelow“, sondern jede Privatperson kann ihre Einwände geltend machen, betont Lutz Grünler von der Bürgerinitiative.

Eine Menge Akten müssen durchforstet werden. Die Mitglieder von BUND und Bürgerinitiative warten seit ­einiger Zeit auf Akteneinsicht. Bisher habe eine Anwalt der Gegenpartei dies immer verhindern können, so die Informationen des Nordkurier. Noch in dieser ­Woche soll es erneut einen Termin geben.

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