Lebenssaft hält nur vier Tage :

Zum Osterfest wird das Blut wieder knapp

Von Freitag bis Montag frei – die Vorfreude auf Ostern ist bei vielen Menschen groß. Dem Blutspendedienst allerdings graut vor dem Fest. Er hofft auf Freiwillige, die sich zwischen den Feiertagen zum Aderlass entschließen. 

Vielleicht braucht man's ja selber mal, meint Marco Thrömer und kommt deshalb regelmäßig zur Thrombozytenspende. Anderthalb Stunden Zeit muss man sich dafür schon nehmen. Foto: A. Brauns
Vielleicht braucht man's ja selber mal, meint Marco Thrömer und kommt deshalb regelmäßig zur Thrombozytenspende. Anderthalb Stunden Zeit muss man sich dafür schon nehmen. Foto: A. Brauns

So rot wie Blut? Leuchtend gelb ist die Flüssigkeit, die in den Beutel tropft. Anderthalb Stunden muss sich Marco Thrömer (31) schon Zeit nehmen, bis er mit der Thrombozytenspende durch ist. Angezapft wird der Neubrandenburger beim DRK-Blutspendedienst an der Marienkirche wie ein normaler Blutspender auch. Aber sein Blut läuft durch eine Zentrifuge, die Blutplättchen werden herausgezogen, die roten Blutkörperchen und das Plasma bekommt er zurück.

Gebraucht werden die Blutplättchenpräparate eigentlich immer - häufig bei Operationen und in der Notfallmedizin. Der Bedarf steigt ständig, 2014 gewann das DRK-Blutspendeinstitut rund 250 Konzentrate mehr als im Jahr zuvor. Der deutlich kleinere Teil wird wie bei Marco Thrömer aus einer Einzelspende gewonnen. „Diese Präparate nutzt man eher bei Bluterkrankungen“, erklärt Edelgard Görß, die den Bereich Herstellung leitet. Die meisten Thrombozytenpräparate gewinnen die Fachleute aus jeweils vier Blutspenden der gleichen Blutgruppe.

Spenden werden auf Depots verteilt

Der entscheidende Nachteil der Blutplättchenpräparate: Sie sind nur vier Tage haltbar. Deshalb graut den Leuten vom Blutspendedienst jedes Jahr vor Ostern, denn die Konzentrate, die aus den Blutspenden vom Donnerstag gewonnen werden, sind nur bis Ostermontag verwendbar.Deshalb wird an der Marienkirche auch dieses Jahr am Ostersamstag von 7.30 bis
11 Uhr geöffnet. Kalendarisch sei das super, da es ohnehin der erste Samstag im Monat ist, an dem immer geöffnet ist.

Aus den Spendenterminen im ganzen Land erhoffen sich die Mitarbeiter 150 bis 200 Spenden, damit man neben den anderen Präparaten auch 10 bis 15 Thrombozyten-Konzentrate zusammenbekomme. „Die verteilen wir noch am Samstag an unsere Depots in Rostock, Schwerin und Neubrandenburg und an die Helios-Klinik Stralsund, so dass alle über die Feiertage kommen“, erklärt Edelgard Görß. Vor Ostern sind auch am Dienstag und Donnerstag von 13 bis 19 Uhr noch Spendertage.

 

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!