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Zuviel Nitrat im Grundwasser

Die Leute vom Gewässerschutz-Verein legen seit Jahren den Finger in die Wunde. Aber aktuelle Messungen zeigen im Raum Friedland keine Verringerung der Stickstoff-Belastung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es sich aufs Trinkwasser auswirkt.

In mehr als der Hälfte der von Harald Gülzow untersuchten Proben, lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes. Zum Trinken ist das Wasser so nicht mehr geeignet.
VSR-Gewässerschutz e.V. In mehr als der Hälfte der von Harald Gülzow untersuchten Proben, lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes. Zum Trinken ist das Wasser so nicht mehr geeignet.

Jedes Mal, wenn der Verein VSR-Gewässerschutz in der Region Station macht und Grundwasser-Proben aus privaten Brunnen analysiert, stellt er eine zu hohe Belastung mit Nitraten im Raum Friedland fest. Das ist auch diesmal der Fall, nachdem Brunnenbesitzer ihre Proben Mitte Mai am Labormobil in Friedland abgeben konnten. „In mehr als der Hälfte der untersuchten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter“, fasst Diplom-Physiker Harald Gülzow vom Verein das Ergebnis zusammen.

Insgesamt wurde Wasser aus zehn privat genutzten Brunnen untersucht. In einer Probe aus Roga stellten die Umweltschützer 115 Milligramm Nitrat pro Liter fest, in einer aus Lübbersdorf 95, aus Friedland kam eine Probe mit 67 Milligramm, aus Sandhagen mit 67. Zum Trinken sei das Wasser nicht mehr geeignet und auch nicht zum Befüllen von Fischteichen. Auch wenn man damit Pflanzen bewässern wolle, müsse man den erhöhten Nitratgehalt beachten, so Harald Gülzow.

Das Trinkwasser selbst ist davon zwar zumeist noch nicht betroffen, da es in tieferen Schichten gewonnen wird, aber das Problem ist sozusagen auf dem Weg dorthin. Irgendwann wird der Aufwand größer werden, den Stickstoff-Grenzwert im Trinkwasser einzuhalten, dann „werden die Preise für Leistungswasser steigen“, blickt der Fachmann in die Zukunft. Und schon jetzt sei es mitunter teurer, wenn das Brunnenwasser wegen des Nitrats nicht mehr zum Bewässern verwendet werden könne und Leitungswasser genutzt werden müsse.

Kommentare (1)

Wir alle wissen Mittlerweile vorher der hohe Nitrat wert kommt. Und daher wäre es nur gerecht es der Fleischindustrie im Land die Kosten für die Aufarbeitung des Trinkwasser umzulegen. Den nur durch die über mäßige Düngung der Fleder mit Gülle ist dafür Verantwortlich. Es muss endlich Schluss sein mit der Massentierhaltung. Und hin zu einer artgerechten Haltung. Es muss nicht Bio sein.