Das Ende der Glaskästen:

Zwei Pavillons müssen wohl weichen

Der Abriss der beiden Gebäude auf der Ostseite des Neubrandenburger Boulevards ist bereits genehmigt. Aber ein Zeitplan dafür steht noch nicht. Die Umgestaltung des ersten Pavillons soll indes planmäßig fertig werden, obwohl die Bauleute Probleme hatten.

Dieser Pavillon auf der Ostseite der Neubrandenburger Turmstraße könnte dem Untergang geweiht sein. Der Abriss ist bereits genehmigt.
Andreas Segeth Dieser Pavillon auf der Ostseite der Neubrandenburger Turmstraße könnte dem Untergang geweiht sein. Der Abriss ist bereits genehmigt.

Die Umgestaltung des Boulevards schreitet voran: Der Neubau des Pavillons an der Ecke zur Stargarder Straße laufe planmäßig und werde am 14. November abgeschlossen sein, sagt Martin Birkner von der Neubrandenburger Bauregie. Durch Schwierigkeiten mit dem Baugrund habe man zwar eine Woche verloren, habe diese aber wieder aufholen können. Ab Mitte November werden hier dann wieder Obst, Gemüse und Blumen verkauft.

Unterdessen laufen im Hintergrund weitere Gespräche zur schrittweisen Umgestaltung des Boulevards. Weil nach der großen Umgestaltung in den 90er-Jahren nun keine Fördermittel mehr für die gleiche Straße zur Verfügung stehen, haben sich die Stadtverwaltung und die Innenstadthändler für eine langsame und behutsame Umgestaltung der Turmstraße entschieden.

Als nächstes wolle man sich um die Umgestaltung des Pavillons Nummer zwei kümmern, in dem sich ein Imbiss befindet, sagen Michael Schröder von der Werbegemeinschaft Innenstadt und Pal Eichmann, der bei der Neuwoges für die Vermietung der Ladenflächen zuständig ist. Ein Imbiss soll dort auch erhalten bleiben, gemeinsam mit der Pächterin mache man sich aber Gedanken, wie der Pavillon umgestaltet werden könnte. Möglicherweise könnte er die Anmutung eines Biergartens bekommen, sagt Schröder.

Antrag auf Abriss bewilligt

Die Pavillons drei und vier auf der Ostseite des Boulevards, wo jetzt Softeis und Suppe verkauft werden, werden sehr wahrscheinlich abgerissen. Die Stadt habe einen entsprechenden Antrag bereits bewilligt. Den habe die Neuwoges rein vorsorglich gestellt, um ihre Möglichkeiten auszuloten, sagt Pal Eichmann. Im Kreuzungsbereich zur Wartlaustraße sei damit der Weg frei für die Ideen des Stadtplaners Lutz Braun, die dieser im Frühjahr vorgestellt hatte. Hier sollen ein oval angelegtes Pflaster, Spielgeräte und Stadtmöbel für mehr Schwung im zentralen Bereich der Einkaufsmeile sorgen.

Statt des vierten Pavillons könnte sich Pal Eichmann künftig eine öffentliche, behindertengerechte Toilette sowie einen hochwertigen Imbissstand vorstellen. Seit jeher habe es Vermietungsprobleme gerade mit diesen beiden Pavillons gegeben. Das lag unter anderem an deren Bauart. Die schlechte Wärmeisolierung ließen sie im Winter zur Eishöhle und im Sommer zum Backofen werden. Das sei auch der Grund gewesen, weshalb man den Abriss ernsthaft ins Kalkül zieht. Für den öffentlichen Eisverkauf auf der Straße ist ein Anbau an das Boulevard-Café geplant. Und auch die Suppenkult(o)ur zieht um. Ihr Inhaber ist an den Räumlichkeiten im ehemaligen Le Coq interessiert.

Noch handle es sich aber um Gedankenspiele, konkrete Entscheidungen seien nicht getroffen, betonen sowohl Eichmann als auch Schröder. Denn bei jeder einzelnen Maßnahme müsse nach einer neuen Finanzierung gesucht werden.

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Kommentare (1)

Die Gedanken sollen frei sein und Zeit heilt alte Wunden. Mit den beiden Zitaten soll all jenen Mut gemacht werden, welche sich sorgsam um den Boulevard bemühen. Das Konzept der 90er Jahre ist im Ostabschnitt der Meile nie richtig aufgegangen. Da uns aktuell keine Fördermittel jagen, darf in Ruhe nachgedacht werden, was den Bewohnern und Gästen die nächsten 20 Jahre angeboten wird. Hoffentlich ein Stadterlebnis und kein Kopfbahnhof mit Notausgang Richtung Rathaus - aus der Sichtachse des Marktplatzes gedacht.