Zwangsversteigertes Hotel:

Neustart mit Hotel gibt Thomsdorfern Hoffnung

Ein ganzes Dorf atmet auf. Nach der Zwangsversteigerung des Hauses führen zwei Hoteliers die Geschäfte weiter, die sie gut kennen. 

Ingolf Meyer (60), Inhaber des Hotels "Haus Thomsdorf" ist froh über den Ausgang der Zwangsversteigerung.
Benjamin Vorhölter Ingolf Meyer (60), Inhaber des Hotels "Haus Thomsdorf" ist froh über den Ausgang der Zwangsversteigerung.

Das Lächeln steht Ingolf Meyer ins Gesicht geschrieben. Einen Tag nach der Zwangsversteigerung ist die Erleichterung bei ihm zu spüren. Dienstag hat er mit seiner Frau Griet das „Haus Thomsdorf“ für 650 000 Euro beim Amtsgericht Neuruppin zurück ersteigert. Familie Meyer ist froh, dass die Hotelanlage, zu der auch ein Seniorenheim gehört, in ihrem Besitz bleibt. Die Thomsdorfer und die Heimbewohner bangten um die Weiterführung des Hotels. Für sie war nicht sicher, inwiefern es mit dem Anwesen weiter geht.

„Mit dem glücklichen Ausgang der Versteigerung ist der erste Schritt für einen Neuanfang getan“, meint Ingolf Meyer. Er kann die Menschen im Ort beruhigen. Mit seiner Familie will er das Geschäft weiterführen wie bisher. Ziel ist es, möglichst viele Gäste unter der Woche ins Hotel zu locken. Dazu hat er Pläne: „Wir  wollen die Zusammenarbeit mit einer Tauchschule forcieren. Außerdem arbeiten mein Sohn und seine Freundin in ihrer Abschlussarbeit für die Hotelfachschule an einem Marketingkonzept für das Haus Thomsdorf. Es soll uns als Leitfaden in der Vor- und Nachsaison unterstützen“, berichtet Ingolf Meyer. Auch weitere Freizeitaktivitäten für die Bewohner des Seniorenheims verspricht er. „Wir wollen mit Schulen und ortsansässigen Künstlern Kontakt aufzunehmen, um Nachmittage im Altenheim zu organisieren“, sagt der 60-Jährige, der in der Hauptsaison Chef von bis zu 24 Mitarbeitern ist.

Das „Haus Thomsdorf“ ist der größte Arbeitgeber im 120 Seelen-Ort. Daher sind die Dorfbewohner heilfroh, dass die Familie Meyer das Anwesen weiterführt. „Eine Zwangsversteigerung heißt nicht immer, dass alles den Bach herunter geht. Bei den Meyers  ist das ‚Haus Thomsdorf‘ in betriebswirtschaftlich sicheren Händen“, ist sich Ortsvorsteher Hans-Jürgen Döhring sicher.

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