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Aktionsbündnis und Mahnwache gegen Nazis

Ein Zeichen setzen gegen braunes Ungemach - das war am Freitagabend in Neustrelitz angesagt. Denn in Kiefernheide nahmen knapp 70 Demonstranten an einem NPD-Abendspaziergang teil.

Am Eingang der Kirschenallee trafen die Abendspaziergänger auf die Teilnehmer einer  Mahnwache gegen rechts.
Birger Schütz Am Eingang der Kirschenallee trafen die Abendspaziergänger auf die Teilnehmer einer  Mahnwache gegen rechts.

Unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ trafen sich am Freitagabend in der Aula der Integrierten Gesamtschule „Walter Karbe“ Neustrelitzer Demokraten um ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen. Stadtvertreter Thomas Hildebrandt verlas die Neustrelitzer Erklärung für eine menschliche Asylpolitik, der Jugendbeirat zeigte Flagge, es gab Gespräche, Verse, Bücher, Musik und einen französischen Film über ein tolerantes Miteinander „Willkommen bei den Schtis“. Um die 60 Besucher hatten sich in der Aula eingefunden. Der Abend war kurzfristig vom Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt“ organisiert worden.

Zur gleichen Zeit fanden sich am Südbahnhof bei strömendem Regen knapp 70 Teilnehmer zu einem sogenannten Abendspaziergang ein. Es war die dritte Demonstration dieser Art gegen eine angebliche Asylflut in Neustrelitz. Aufgerufen hatte dazu NPD-Mann Norman Runge aus Burg Stargard.

NPD-Männer mischen mit

Schwarze Szenekleidung mit Runenschrift, ein NPD-Plakat sowie zwei schwarz-weiß-rote Flaggen aus dem Kaiserreich verdeutlichten den rechten Charakter der Veranstaltung. Zu den Teilnehmern der Demonstration gehörten zudem der Neustrelitzer NPD-Stadtvertreter Marko Zimmermann und der aus Neustrelitz stammende NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit.

Wie bei den vorangegangenen Abendspaziergängen verlas NPD-Mann Norman Runge die Auflagen für die Veranstaltung. Anschließend zogen die Demonstranten durch die weitgehend leeren Straßen in Kiefernheide. Nur vereinzelt blieben Passanten stehen, um die Transparente zu betrachten. Aus dem Lautsprecher-Wagen wurde unterdessen gegen Linke, Migranten und Regierung gehetzt. Am Eingang der Kirschenallee protestierten knapp 30 Teilnehmer einer Mahnwache gegen die Rechten. Wie die Polizei mitteilte, verlief die Demonstration ohne Störungen.