Wasserstraße wird zur Großbaustelle:

Alte Brücke macht Platz für Neubau

Von der Mirower Schleusenbrücke sind nur noch Reste übrig. An ihre Stelle kommt eine neue Konstruktion auf Pfählen. Ob diese Brücke so, wie sie geplant wurde, auch tragfähig ist, haben die Brückenbauer jetzt getestet.

Die Mirower Schleusenbrücke wird in diesen Tagen abgerissen. Der Verkehr rollt über die Ersatzbrücke im Hintergrund.
Susanne Böhm Die Mirower Schleusenbrücke wird in diesen Tagen abgerissen. Der Verkehr rollt über die Ersatzbrücke im Hintergrund.

Die alte Mirower Schleusenbrücke gibt es nicht mehr. Seit ein paar Tagen läuft der Abriss des um 1936 errichteten Bauwerks. Die Fahrbahn ist schon abgetragen. Jetzt müssen eine Menge Schutt und Stahl abtransportiert werden.

Einige Mirower nehmen regen Anteil an der Großbaustelle mitten im Ort. Renate Packeiser wohnt direkt nebenan und beobachtet täglich die Baufortschritte vor ihrer Haustür. „Ich finde es erstaunlich, wie viel Eisen hier verarbeitet wurde.“ Sie meint die Stahlbewährungen, mit denen der Brücke Stabilität verliehen wurde. Sie kommen beim Abriss zu Tage.

Die Zeit drängt

„Das ist ganz normaler Stahlbeton“, erklärt Ronny Seidel vom Neustrelitzer Planungsbüro Thiele & Partner. „Der Stahl übernimmt den Zug, der Beton den Druck.“ So konnte die Brücke fast 80 Jahre lang allen Belastungen standhalten. Der Abriss werde durch die Stahlverstrebungen allerdings etwas erschwert. „Das stemmt sich aufwendiger, dauert etwas länger.“ Ziel bleibe trotzdem, Ende März das Traggerüst fertig zu haben, auf dem danach die Fahrbahn gebaut wird.

Das Traggerüst ist der nächste große Bauabschnitt. Die Konstruktion muss schnell fertig werden, denn spätestens Anfang April endet die winterliche Betriebspause der Schleuse und der Bootsverkehr beginnt wieder. Damit die Boote trotz der Bauarbeiten fahren können, wird das Traggerüst zunächst rund eineinhalb Meter höher gebaut als die Brücke später sein soll, beschreibt Ronny Seidel. Wenn der Überbau fertig ist, wird das Traggerüst Stück für Stück abgelassen. „Das passiert im Spätsommer und dauert ein bis zwei Tage. Während dieser Zeit muss die Wasserstraße noch mal gesperrt werden.“

Probepfahl hat Test bestanden

Schon jetzt haben die Brückenbauer die ersten Schritte für den Neubau unternommen. Damit die neue Brücke später die Lasten tragen kann, ist eine Pfahlgründung notwendig. Pfähle müssen in den Boden gerammt werden, sie müssen das Bauwerk halten. Bereits im Dezember wurde ein Probepfahl in den Boden getrieben. Dieser wurde jetzt zu Testzwecken mit seiner Maximallast bedrückt. „Die Werte sind sehr zufriedenstellend ausgefallen“, so Ronny Seidel. „Der Baugrund ist so, wie wir es vermutet hatten, das ist prima.“

Gerade bei der Pfahlgründung dürfe kein Fehler passieren, sonst drohten irreparable Schäden an der Brücke. Weil nicht viel Platz zur Verfügung steht, können nämlich nur 21 Pfähle in die Erde kommen. Hätte der Probepfahl den Test nicht bestanden, hätten die Planer nachjustieren können. Das aber ist nun nicht nötig.