Kraftakt:

An der Schleuse muss das Boot den Landweg nehmen

Weil die Elektronik streikt, ist das Bauwerk auf unbestimmte Zeit außer Betrieb. Wassersportler müssen ihre Boote selbst übersetzen.

Stillstand an der Schleuse Zwenzow.
Susanne Böhm Stillstand an der Schleuse Zwenzow.

Die Havelschleuse in Zwenzow ist im Ruhe-Modus. Weil die Elektronikanlage kaputt ist, ist das Bauwerk im verlängerten Winterschlaf. Boote können nicht geschleust werden. Es steht jedoch jedem Wassersportler frei, die Slipanlage zu benutzen und sein Boot auf dem Landweg von der Havel in den Useriner See oder zurück zu schieben. Das teilt das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte (StALU) mit, das die Schleuse bewirtschaftet. Wann die Schleuse voraussichtlich wieder funktioniert, konnte die Behörde bis Dienstag nicht sagen.

Durch die Zwenzower Schleuse fahren ausschließlich unmotorisierte Boote, denn Verbrennungsmotoren sind auf dem Useriner See verboten. Rund 20 000 Paddler passieren das Bauwerk jährlich. Die mit einem Wärter besetzte Schleuse steht seit einiger Zeit auf dem Prüfstand. Im Jahr 2015 sollte sie aus Kostengründen sogar geschlossen werden. Aber dann gelang es den Landtagsabgeordneten Andreas Butzki (SPD) und Vincent Kokert (CDU) sowie Userins Bürgermeister Axel Malonek, das Land zumindest vom vorläufigen Weiterbetrieb zu überzeugen.

Ganz anders sieht es an der Schleuse in Strasen aus. Sie ist Teil der stark befahrenen Müritz-Havel-Wasserstraße und gehört bundesweit zu den am stärksten frequentierten Sportbootschleusen. 2015 wurden 30 388 Wasserfahrzeuge hier gezählt, sagt Peter Münch, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde. In Strasen hat der Bund jetzt 800 000 Euro für knapp 120 Festmacherpfähle investiert. Außerdem wurde die alte Uferbefestigung durch Spundwände ersetzt.

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