Finanzdienstleister im Zwielicht:

Anleger müssen um ihr Erspartes fürchten

Die Insolvenz der in Dresden ansässigen Infinus AG ist in der Region angekommen. Auch in Mecklenburg-Strelitz gibt es Betroffene. Inzwischen wurde zwar Anzeige erstattet. Ob das Geld zurückfließt, ist aber unklar.

Um ihre angelegten Euros soll der Finanzdienstleister Infinus AG auch Menschen in der Seenplatte geprellt haben.
Andreas Gebert Um ihre angelegten Euros soll der Finanzdienstleister Infinus AG auch Menschen in der Seenplatte geprellt haben.

Zuerst die hohen Renditeversprechen, jetzt das böse Erwachen: Nach dem Insolvenzantrag von zwei Gesellschaften, die zum Finanzdienstleister Infinus AG gehören, müssen auch Anleger in Mecklenburg-Strelitz um ihr Geld fürchten. Dem Nordkurier vorliegenden Informationen zufolge haben sich die An­leger von Renditeversprechen, die acht Prozent und mehr ausmachten, locken lassen und entsprechende Verträge abgeschlossen. Es soll um Anlagesummen im fünfstelligen Bereich gehen.

Nordkurier-Leser Bernd Kahlert meldete sich in der Redaktion und wies auf Betroffene hin. Er selbst hat keinen solchen Vertrag unterschrieben. Aber in seinem Bekanntenkreis gibt es mehrere Geschädigte, bekräftigte er.

Auch Anzeige gegen einen Finanzdienstleister aus der Region

Zwischenzeitlich nach Informationen des Nordkurier auch Anzeige gegen einen Finanzdienstleister aus der Region erstattet worden, der Produkte der Infinus AG verkauft. Die Umstände müssen aber noch geklärt werden. Die Ermittlungen sind erst am Anfang, sagte Eike Wiethoff, Sprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg.

Die Infinus AG mit Sitz in Dresden wirbt mit dem Slogan „Verlässlichkeit für Ihre Finanzgeschäfte“ und mit langjähriger Erfahrung. „Insbesondere erfolgreiche Finanzdienstleister und Bankaussteiger erhalten auf diesem Wege Zutritt in die Wertpapierliga und Zugriff auf exklusive und gehobene Kapitalanlageprodukte, ohne eine eigene Lizenz erwerben zu müssen“, heißt es da.

Vorwurf: Anlagebetrug in 25 000 Fällen

Die Infinus AG wird beschuldigt, Anlagebetrug in 25 000 Fällen begangen zu haben. Die Insolvenz zweier Gesellschaften der AG war angemeldet worden, nachdem die Staatsanwaltschaft Dresden Geschäftsräume der Infinus-Gruppe durchsucht hatte. Betroffenen Anlegern wird geraten, Schadensersatzansprüche gegen die Vermittlungsgesellschaft geltend zu machen. Ob aber die Anleger ihr Geld zurückbekommen, vermag zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand zu sagen.

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