Verein hilft:

Antiquariat ist gerettet

Bernd Techant ist in dieser Woche eine Last von der Seele gefallen. Die Sorge, ob es mit dem bisher von ihm betriebenen Antiquariat im Speicher am Hafen weitergeht, ist geklärt. Am Mittwoch hat sich ein Verein der „Freunde des Buches“ gegründet.

Auch weiterhin kann im  Neustrelitzer Antiquariat  gestöbert  werden.
André Gross Auch weiterhin kann im  Neustrelitzer Antiquariat  gestöbert  werden.

Zahlreiche Strelitzer kamen zur Gründungsversammlung. Dietmar Stiller, ein studierter Geologe und sehr umtriebiger Kulturaktivist, hat den Vorsitz übernommen. In den Vorstand gewählt sind außerdem die frühere Umweltsamtsleiterin des Landkreises, Christine Büttner, und Dietlinde Köpke, die ebenfalls bereits pensioniert ist.

Auf die Kraft der „jungen Pensionierten“ setzt Bernd Techant, der sich inzwischen mit 76 Jahren alt genug fühlt, das einst von ihm ins Leben gerufene Bücherprojekt in andere Hände zu geben.  Anders als mit Menschen, die nicht mehr im Arbeitsleben stehe, lasse sich das Antiquariat auch nicht führen, so die Erfahrung. Zum einen erwirtschaftet es nicht ausreichend Erträge für eine Selbstständigkeit. Zum anderen können Berufstätige für das künftige Kerngeschäft des Vereins – die Absicherung der Öffnungszeiten – wenig tun. Denn sie sind selbst in einen Arbeitstag eingebunden.

Eröffnung im April 2015

Die Resonanz auf den Aufruf zur Vereinsgründung hat Bernd Techant, der das Antiquariat vor Jahren in Feldberg ins Leben gerufen und dann nach Neustrelitz gebracht hatte, erfreut. Er war auf weniger Leute eingestellt, sagte er dem Nordkurier.

Die Modalitäten sehen nun vor, das Antiquariat am 1. April 2015 offiziell an den Verein zu übergeben. Eröffnet werden soll es dann am 4. April, dem Ostersonnabend. Der jetzige Herr der Bücher wird noch bis zum 30. Dezember in seiner langjährigen Wirkungsstätte anzutreffen sein.

In der Heimstatt für alte Bücher, von denen sich andere Menschen getrennt haben, lagern um die 30 000 gedruckte Exemplare. Darunter finden sich auch immer wieder Kostbarkeiten, wie zuletzt ein Rollenbuch des Schauspielers Jörg Gudzuhn aus dem Jahr 1986 zum Film „Fallada – letztes Kapitel“.

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