Ausreißer in Einzelhaft:

Armer Shorty! Noch immer so allein

Der Affe aus dem Neustrelitzer Tiergarten steckt in der Bredouille. Zu seinem eigenen Schutz wurde er von seinen Artgenossen getrennt, doch eine Dauerlösung ist das nicht. Die Tierpfleger überlegen hin und her, wie dem Affen zu helfen ist.

Chip, das ranghöchste Männchen in der Neustrelitzer Affenhorde, thront auf einem Baumstumpf in seinem Gehege. Im Hintergrund ist der halbstarke Affe Shorty zu sehen.
Caroline Wenndorff Chip, das ranghöchste Männchen in der Neustrelitzer Affenhorde, thront auf einem Baumstumpf in seinem Gehege. Im Hintergrund ist der halbstarke Affe Shorty zu sehen.

Über einen Monat nach der Flucht des Berberaffen aus dem Neustrelitzer Tiergarten ist die Zukunft des Tieres weiter ungewiss. Aus Angst vor den Attacken seiner Artgenossen hatte der Affe namens Shorty Mitte Oktober den Stromzaun seines Geheges überwunden und war aus dem Tiergarten in die Stadt geflüchtet. Erst einen Tag später war es Tierpflegern gelungen, den Ausreißer mittels Narkose wieder einzufangen. Seither lebt Shorty zu seiner eigenen Sicherheit getrennt von der zwölfköpfigen Affenhorde. Er ist in einem Extra-Käfig untergebracht, der in dem Affen-Freigehege steht. Die Situation ist belastend für das gesellige Tier, die Einzelhaft keine Dauerlösung. Doch wie soll es weitergehen? Darüber sind sich die Tiergartenmitarbeiter noch nicht klar.

Constanze Köbing, Abteilungsleiterin Tiergarten, hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich Shorty wieder in seine Gruppe integrieren lässt. Es käme auf einen Versuch an, doch der ist riskant. Die Tierpflegerin zögert noch. „Probieren werden wir es auf jeden Fall, aber bis jetzt konnten wir uns noch nicht zu dem Schritt entschließen. Es ist schwierig.“ Sollte sich die Affenhorde sofort wieder auf Shorty stürzen, wäre es nicht leicht, die Rivalen zu trennen. Die Tiergartenaffen sind halbwilde Tiere, bis zu zwölf Kilogramm schwer, die sich nicht einfach nehmen und wegtragen lassen. Constanze Köbing beobachtet die Tiere und wartet noch auf den geeigneten Moment.

Umzug als letzte Option

Sollte die Zusammenführung misslingen, kommt Plan B in Betracht: Shorty und sein ärgster Widersacher Chip könnten kastriert werden. Nach der operativen Entfernung der Hoden würden beide Affen weniger männliche Sexualhormone produzieren und dadurch ruhiger und friedlicher werden. „Wir denken darüber nach, ein bisschen Testosteron herauszunehmen“, sagt Constanze Köbing. Eine Erfolgsgarantie gebe es jedoch nicht. Gerade bei dem älteren Chip könne es sein, dass sich sein Charakter durch die Kastration nicht wesentlich ändert.

Constanze Köbing hat auch einen Plan C parat, doch auch der ist unsicher. Sollte es nicht gelingen, die Harmonie unter den Neustrelitzer Affen wieder herzustellen, müsste für Shorty ein neues Zuhause gefunden werden. Doch auch das ist nicht leicht, denn die meisten Zoos haben selbst genügend Berberaffen. Außerdem könnte Shorty in einer neuen Gruppe ähnliche Probleme bekommen.

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