Nach Beinbruch:

Aufwendige OP rettet Luchs das Leben

So einen Patienten hat der Tierarzt nicht alle Tage: Der neunjährige Luchskater Tarek aus dem Neustrelitzer Tierpark hatte sich im Februar einen komplizierten Oberschenkelbruch zugezogen. Das Krankenhaus für Menschen half mit einer Edelstahl-Spende.

Tarek hatte für die vierstündige Operation eine Narkose bekommen. Links Tierarzt Wadim Bekmulin, rechts seine Assistentin Carolin Zittelmann.
Jeannet Lange Tarek hatte für die vierstündige Operation eine Narkose bekommen. Links Tierarzt Wadim Bekmulin, rechts seine Assistentin Carolin Zittelmann.

Drama im Neustrelitzer Tierpark: Im Februar brach sich Luchskater Tarek den Oberschenkelknochen am linken Hinterlauf. „Wir wissen nicht genau, wie es passiert ist“, sagt Constanze Köbing, Abteilungsleiterin im Neustrelitzer Tiergarten, wo Tarek und Weibchen Kaja schon mehrere Jahre zu Hause sind. Er habe im Februar plötzlich viel gelegen, als er sich dann doch einmal bewegte, wurde offenkundig: Der linke Hinterlauf hing herunter. Hier war schnelles Handeln gefragt. Das Tier wurde in einen Kurzzeitschlaf versetzt und in die Tierarztpraxis von Wadim Bekmulin auf dem Neustrelitzer Kohlberggelände gebracht. Die dort gemachte Röntgenaufnahme bestätigte, was alle ahnten: Tarek hatte sich einen Bruch zugezogen. Für den Tierarzt stand sofort fest, wenn der Luchs eine Chance bekommen soll, muss er sofort operiert werden.

Für die Tierarztpraxis war das eine echte Herausforderung. Ein Luchs liegt nicht alle Tage auf dem OP-Tisch. Und was ist, wenn das Raubtier mit 24 Kilogramm Lebendgewicht doch aus der Narkose erwacht? „Dann flüchte ich“, drohte Assistentin Carolin Zittelmann, vorsorglich und mehr mit Galgenhumor, erinnert sich Bekmulin. Die Operation war indessen nicht mit einer Assistentin allein zu stemmen. „Ohne meine Helferinnen Beatrice Munkelt, Sarah Erdmann und Birgit Schäfers hätte ich das nicht geschafft“, schätzt der Tierarzt ein. Ebenso ist er froh, dass Torsten Hummel, der Tierarzt des Tiergartens und Constanze Köbing mit dem kurzzeitigen In-den-Schlaf-setzen des Katers gute Vorarbeit geleistet haben.

Mit Platten und Schrauben stabilisiert

Die Operation selbst war nicht ohne. Vier Stunden hat es gebraucht, ehe Tareks Knochen sich wieder in einer natürlichen Position befunden haben. Und ohne Hilfe des Neustrelitzer Krankenhauses wäre alles wohl noch schwieriger geworden. Denn um den Knochen zu stabilisieren, bedurfte es spezieller Edelstahlplatten und Schrauben, die Bekmulin nicht vorrätig hatte. Ein Anruf im Krankenhaus aber brachte sofort Abhilfe. Das Material wurde unproblematisch zur Verfügung gestellt. „Hätte ich erst eine Bestellung aufgeben müssen, hätte alles noch länger gedauert“, sagt der Tierarzt.

Die Operation verlief zum Glück komplikationslos. Danach kam Tarek in den Tiergarten zurück, wo er mehrere Wochen in einer Art Quarantäne verbrachte. Er kam in eine Pflegebox, in der er sich wenig bewegen konnte. Das hat er anfangs ohnehin nicht getan, erst mit der Zeit wurde der Bewegungsdrang wieder größer, sagt Constanze Köbing. In den vergangenen Wochen nun durfte der Luchskater sich schon im Vorgehege bewegen. Seit Montag nun darf er wieder mit Katze Kaja im Freigehege unterwegs sein.

 

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