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Aus Brandruine soll neue Villa wieder auferstehen

Seit einem verheerenden Feuer war das Haus am Ortseingang von Wustrow ein Schandfleck. Ein junger Mann aus dem Dorf will das nun ändern und packt an.

Helmut Schindler, Architekt Klaus Düe und Bauherr Christian Tobien (von links) werfen vor Ort einen Blick aufs Projekt.
Tobias Lemke Helmut Schindler, Architekt Klaus Düe und Bauherr Christian Tobien (von links) werfen vor Ort einen Blick aufs Projekt.

Die Wustrower Brandruine hat einen neuen Besitzer. Im Dorf hat sich die Nachricht schon herumgesprochen. Ist doch seit kurzem immer mal wieder emsiges Treiben auf dem Areal zu beobachten. Christian Tobien hat sich der Ruine angenommen. „Das Haus sah mal wie eine Villa aus. Genauso möchte ich es wieder aufbauen“, sagt der 27-Jährige. Gemeinsam mit Freundin Katja und Sohnemann Jannick möchte er Ende kommenden Jahres einziehen.

Im Mai hatte der junge Wustrower das Gelände samt dem Haus, von dem nur noch die Grundmauern der vorderen unteren Etage stehen, gekauft. „Schon am ersten Tag nach Vertragsunterzeichnung ging es ans Aufräumen“, erzählt Tobien. Berge von Schutt fielen an. Derzeit ist er dabei Sicherungsmaßnahmen am Gebäude – oder dem was davon noch übrig ist - durchzuführen, denn die stehen gebliebenen Mauern werden den Grundstock fürs neue Haus bilden.

Mit dem Bauen soll es aber erst im nächsten Jahr richtig losgehen. „Wir wollen viel in Eigenleistung machen“, sagt der Tierwirt, der handwerklich viel auf dem Kerbholz hat. Mit einem Onkel als Klempner, einem Vater als gelernten Dachdecker und seinem Großvater Helmut Schindler, der  Maurer ist, kann er zudem auf Unterstützer bauen, die vom Fach sind.

„Vor dem Brand gefiel mir das Haus schon immer gut“, erzählt der junge Bauherr, dass er sich mit dem Projekt einen Lebenstraum erfüllen möchte. Ursprünglich um 1910 erbaut hat das alte Gemäuer schon eine eigene Geschichte zu erzählen. „Es ist ja eigentlich kein Wustrower, sondern ein Wesenberger Haus“, erzählt Helmut Schindler. Als Rudolf Heidenreich die kleine Villa einst errichtete, sei die Grenze zwischen der Woblitzstadt und dem Dorf zwischen Friedhof und der Gaststätte „Waldlust“ verlaufen. „Der Ort hier hieß damals sogar Rudolfswalde“, weiß er zu berichten. Später habe das Haus auch die Hilfsschule des Dorfes und verschiedene Wustrower Familien beherbergt. 2009 hatte das Gebäude dann in Flammen gestanden. Die Brandruine war seither ein Schandfleck direkt am Ortseingang gewesen. Über den Großvater, der früher eine Baufirma führte, ist schließlich der Kontakt zum Wesenberger Architekten Klaus Düe entstanden. Er hat den Neubau nach dem Original neu konzipiert. Das Weihnachtsfest im nächsten Jahr will Christian Tobien mit seiner Familie im neuen Haus feiern.