Geplatzter Traum von der "Luisen-Gurke":

Aus der Großgärtnerei wird nichts

Außer Spesen nichts gewesen, so die Bilanz eines ehrgeizigen Ansiedlungsprojektes in Neustrelitz nach sieben Jahren Hin und Her. Nun wollen die Stadtwerke zu neuen Ufern aufbrechen - vorausgesetzt, sie können die Gewerbefläche an der B 96 zurückkaufen. 

Eine große leere Fläche - mehr ist in all den Jahren aus dem ehrgeizigen Vorhaben nicht geworden.
Andrea Dittmar Eine große leere Fläche - mehr ist in all den Jahren aus dem ehrgeizigen Vorhaben nicht geworden.

Knapp sieben Jahre nachdem die Vision einer "Luisen-Gurke" für Aufsehen sorgte, ist ein ehrgeiziges Wirtschaftsprojekt in Neustrelitz zu Grabe getragen worden. Die Fläche, auf der an der Ortsumgehung der B 96 gleich neben dem Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea) eine Großgärtnerei entstehen sollte, steht wieder zum Verkauf. Ein großes Schild zeugt von der Aufgabe des Vorhabens.

Der Investor habe sich angesichts der Marktsituation von dem Vorhaben zurückgezogen - weiß Frank Schmetzke, Geschäftsführer der Stadtwerke Neustrelitz. Das Unternehmen fungiert als Erschließungsträger für das Areal und garantiert die Wärmeversorgung mit erneuerbarer Energie.     

30 Arbeitsplätze standen in Aussicht

Im Frühjahr 2008 hatte der Erzeugergroßmarkt Thüringen-Sachsen-Spreewald ein für Norddeutschland einmaliges Gemüse-Produktionszentrum mit knapp 30 Hektar Unterglas- und 250 Hektar Freilandflächen angekündigt. 30 Dauerarbeitsplätze wurden in Aussicht gestellt, unmittelbar danach gingen erste Bewerbungen ein.

Zwei Jahre später wurde das Konzept modifiziert. Statt der "Luisen-Gurke" sollte laut Erzeugergroßmarkt nun Paprika in Neustrelitz residieren. Erneut zwei Jahre später immer noch gähnende Leere an der Bundesstraße. Ein Eigentümerwechsel auf Seiten der Investoren verzögerte die Angelegenheit weiter. Nun also der Offenbarungseid.

Per Rückkauf könnte die Fläche wieder bei den Stadtwerken landen. Schmetzke braucht dazu die Zustimmung seines Aufsichtsrates, der im März tagt. "Wir werden aber keine Gewächshäuser bauen", stellt er klar. Zunächst gehe es darum, einen stückchenweisen Verkauf des Gebietes zu verhindern. Bevor gar nichts auf der Brache passiert, könnte hier ein weiteres Solarfeld errichtet werden.