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Ausgebüxte Seniorin aus Berlin strandet in Neustrelitz

Einem Zugbegleiter fiel in Neustrelitz eine verwirrte Frau auf. Er rief die Polizei, die mit der Dame gut zu tun hatte – weil das Heim nicht wollte.

In einem Zug aus Berlin war am Mittwoch eine Frau aufgefallen, die einen verwirrten Eindruck machte. Der Zugbegleiter übergab die Reisende in Neustrelitz der Polizei. Die hatte Mühe herauszufinden, wo die Frau überhaupt untergebracht war. Als das feststand, war das Berliner Pflegeheim nicht bereit, seine Bewohnerin abzuholen. Letztlich habe man sich darauf geeinigt, dass die Bundespolizei die 76-Jährige zurück nach Berlin bringt. Wie es aus dem Polizeihauptrevier Neustrelitz hieß, ist die Frau bereits als Ausreißerin bekannt. Sie hat eine Betreuerin, die aber am Mittwoch auch nicht zu erreichen gewesen sei.

Vom Wesenberger Bahnhof meldete sich am Mittwoch ebenfalls ein besorgter Zugbegleiter, der von einer Seniorin berichtete, die angeblich auf dem Bahnhof von mehreren Jugendlichen überfallen und ausgeraubt worden war. Die Polizei kam vor Ort mit der vermeintlich Geschädigten ins Gespräch – und zu der Auffassung, dass es sich um keinen Raubüberfall handelte. Auch diese Dame war offenbar aus einer Pflegeeinrichtung ausgerissen und in einem verwirrten Zustand.

Fast zeitgleich mit dieser Erkenntnis ging bei der Polizei auch der Hinweis aus einem Heim in Wesenberg ein, dass die 78-jährige Seniorin vermisst wird. „Das ist das beste: man wird gefunden, bevor man vermisst wird“, sagte ein Polizist dem Nordkurier.