Baustelle in Neustrelitz sorgt für Ärger:

Autofahrer missachten Sperrschilder und Tempolimit

Die Baustelle an der Kreuzung Wilhelm-Stolte-Straße/Schulstraße ist gar nicht so neu. Dennoch gibt sie immer wieder Anlass zur Beschwerde: Autofahrer fahren, wie sie wollen – notfalls auch über Bürgersteige.

Auf frischer Tat ertappt: Dieser Autofahrer fährt frech über den Bürgersteig - trotz Passanten, die diesen gerade passieren.
Caroline Kern Auf frischer Tat ertappt: Dieser Autofahrer fährt frech über den Bürgersteig - trotz Passanten, die diesen gerade passieren.

Es ist gerade mal zwei Wochen her, als die Sperrung der Kreuzung Wilhelm-Stolte-Straße/Schulstraße für Schlagzeilen sorgte. Denn obwohl eine Umleitung ausgeschildert ist, nutzten viele Autofahrer diese nicht. Stattdessen funktionierten sie den Parkplatz des Einkaufsmarktes zu einem Raserplatz um. Doch als Baustellenumgehung sei dieser wahrlich nicht geeignet, finden viele Anwohner und meldeten die Raser bei der Polizei. Die Beamten kontrollieren nun seit mehr als einer Woche an Ort und Stelle. Doch das interessiert viele Autofahrer anscheinend nicht. Im Gegenteil. Sie treiben es auf die Spitze.

Kreuz und quer wird die Baustelle umfahren, sämtliche Sperr- und Temposchilder ignoriert. „Das ist wirklich kein Spaß mehr, wie die dort fahren“, findet Mathias Thews. Er beobachtet die Baustelle seit geraumer Zeit. Denn die Leute würden dort einfach über die freie Spur fahren, die eigentlich Bussen und Baustellenfahrzeugen vorbehalten ist. Und noch schlimmer: Von der Stendlitzstraße kommend landen viele in der Sackgasse. Zuschauer müssen nicht lange warten, um einen Fahrer zu erwischen, der das Sperrschild ignoriert und einfach über den Gehweg fährt. Damit gefährdet er nicht nur Passanten und Anwohner. „Genau gegenüber ist eine Schule“, mahnt Mathias Thews zu mehr Rücksicht.

Massive Beschwerden von Anwohnern

Er ist nicht der einzige Anwohner, der sowohl Polizei als auch Nordkurier informierte. Die Verkehrssünder bewegen viele Gemüter. „Wir erhalten massiv Beschwerden von Anwohnern“, erzählt ein Polizeibeamter. Daher habe die Behörde die Kontrollen noch einmal verschärft. „Wir haben in den letzten Tagen sehr viele schriftliche Verwarnungen ausgestellt“, so der Beamte. Wenn die Verkehrssünder niemanden gefährden, kämen sie mit einem Verwarngeld von zehn Euro davon. Andernfalls werde es wesentlich teurer.

Eine Weile müssen die Anwohner noch mit der Baustelle leben: „Die Arbeiten zum Regenwasserkanal- und Straßenbau werden bis zur 666-Jahr-Feier des Stadtteils Strelitz-Alt abgeschlossen sein“, teilt die Rathaus-Sprecherin Petra Ludewig mit. Die Stadt investiert 594 000 Euro in die Baumaßnahme.

Aber die Baustelle hat auch etwas Positives: neue Erkenntnisse über das Mittelalter. Denn alle Bauvorhaben innerhalb der Altstadt werden durch Archäologen betreut. So auch hier, was sich die Stadt 50 000 Euro kosten lässt. „Bisher habe ich zwei mittelalterliche Gräben, einen Holzschacht und altes Geschirr aus Ton gefunden“, berichtet Archäologin Beatrix Schmidt. Es bleibt spannend, was sie noch alles im Auftrag des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege  zu Tage fördert.