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Backend durchs ganze Jahr: Was mit Apfel geht immer

VonSusanne SchulzSchmeckerchen von der Schmetterlingstorte bis zur Nussspindel bereiteten Bäcker-Lehrlinge für die Generalprobe ihrer Gesellenprüfung ...

Ihre Spezialität ist Feingebäck – doch auch herzhafte Snacks wie Pasteten oder gefülltes Ba- guette machte Christin Kallnik (links) der kritischen Kundschaft schmackhaft.  FOTO: Susanne Schulz

VonSusanne Schulz

Schmeckerchen von der Schmetterlingstorte bis zur Nussspindel bereiteten Bäcker-Lehrlinge für die Generalprobe ihrer Gesellenprüfung zu.

Neustrelitz.Am liebsten würden sie nur all die Leckereien für sich „sprechen“ lassen. Wortgewandt vorzustellen, was sie zubereitet haben, ist die wohl unbeliebteste Aufgabe für die Bäcker-Lehrlinge an der BeruflichenSchule des Landkreises in Altstrelitz. Aber auch das gehört zur Präsentation, diealle Jahre als Generalprobe für die Gesellenprüfung zelebriert wird. „Jahreszeiten“ haben die 14 jungen Leute diesmal zum Thema erwählt – wobei in den vier Gruppen jeweils das ganze handwerkliche Spektrum von Brot und Brötchen über Feingebäck bis zu herzhaften Snacks zu fertigen war. Apfel geht immer, stellte sich dabei heraus: Das einheimische Obst war aufallen Tischen präsent.
Das Winter-Team stellte ihn gar ins Zentrum der Kollektion, kredenzte aber auch Nussspindel und Dominosteine – unterhaltsam präsentiert übrigens von Azubi Mark Paß. „Mach ich doch gern“, sagte der Neubrandenburger: Schließlich habe er sich seit der fünften Klasse einen „Ess-Beruf“ gewünscht. Statt der Kochlehre wurde es dann die Bäcker-Ausbildung; als nächstes will Mark noch das Abitur machen und vielleicht Chemie studieren.
Mit Rosenbrötchen und Schmetterlingstorte in Frühjahr, Bienenstich und Fruchtplunder im Sommer, Bratapfelkuchen und Pasteten im Herbst buken sich die Jugendlichen einfallsreich durchs Jahr. Doch nicht nur saisonal gestaltete Sortimente galt es zu präsentieren, sondern auch dicke Theorie-Hefter, Auskünfte zur Preiskalkulation sowie Verkaufsargumente. „Verkaufen Sie mir doch mal ein Stück von der Royal-Maxim-Sahnetorte“, wurde da ein „Sommerbäcker“ ermuntert und rettete sich schlagfertig: „Die ist noch nicht angeschnitten – wollen Sie nicht die ganze nehmen?“
Wenig später war indes auch englisches Fachvokabular gefragt, als Sprachlehrerin Margitta Schmidt ihre Schützlinge testete: „It looks great“ (sieht toll aus) lobte sie etwa den farbenprächtig dekorierten Herbsttisch, um dann detailliert nachzufragen. „Einem Touristen nützt es ja nichts, wenn ihm der Name einer Torte übersetzt wird. Er will ja wissen, was drin ist“, erklärt sie. Christin Kallnik aus Lindenhof bei Demmin jedenfalls weiß sich zu helfen, als sie nach den Zutaten der Zitronen-Cupcakes gefragt wird. Auch wenn die junge Frau besonders Konditorwaren sowie, wie sie sagt, „Dekoratives und Spielkram“ liebt, weiß sie ebenso kundig die gefüllten Baguettes vorzustellen. Wenn’s nach den Bäcker-Azubis geht, können die Jahreszeiten also kommen – und die Prüfung auch.

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susanne.schulz@nordkurier.de