:

Banner soll Zuschütten des Schlosskellers verbannen

Ein Plakat auf dem Schlossberg in Neustrelitz markiert nun die Stelle, an der 1919 besonderes geschah – erstmals in Deutschland. Und es fordert etwas.

Holger Wilfarth (2. v. r.), Jürgen Haase (3. v. r.) und weitere Mitglieder des Residenzschlossvereins haben ein Banner auf dem Schlossberg angebracht.
Susanne Böhm Holger Wilfarth (2. v. r.), Jürgen Haase (3. v. r.) und weitere Mitglieder des Residenzschlossvereins haben ein Banner auf dem Schlossberg angebracht.

Der Residenzschlossverein Neustrelitz hat dort, wo einst das Schloss stand, ein Banner aufgehängt. Das Transparent erinnert daran, dass am 29. Januar 1919 im Gelben Saal des Schlosses die erste demokratisch-parlamentarische Verfassung auf deutschem Boden beschlossen wurde. Im Residenzschloss hatte der Landtag des Freistaates Mecklenburg-Strelitz 1918 bis 1933 seinen Sitz. Mit der Aktion will der Verein einmal mehr auf seine Forderung zum Wiederaufbau des Schlosses aufmerksam machen. „Wir fordern die Stadtvertreter auf, sich zu positionieren“, sagte Mitglied Holger Wilfarth.

Ab 2018 will das Land den Schlossberg gestalten und in diesem Zug den einsturzgefährdeten Keller des Schlosses verfüllen, damit das bislang eingezäunte Areal wieder betreten werden kann. Damit, so Vereinsmitglied Helmut Böhme, wäre auch der letzte Rest „Mecklenburg-Strelitzer Identität“ zerstört.

Zunächst, so Vereinsmitglied Jürgen Haase, müsse der Keller gesichert und aufgeräumt werden. Dann müssten die Räume durch Beleuchtung und sogenannte archäologische Fenster von oben einsehbar werden. „Das ist ein interessanter Ort der Geschichte, an dem noch Teile des alten Belüftungssystems zu sehen sind, zum Beispiel große Ventilatoren mit zwei Metern Durchmesser.“ Langfristig müsse dann das Schloss wieder aufgebaut werden, wobei laut Holger Wilfarth zunächst ein konkretes Nutzungskonzept zu erarbeiten ist. Er könne sich etwa Gastronomie und ein Museum vorstellen.