:

Below will keine Sackgasse sein

Ein Weg ist weg - das wurmt schon lange die Anwohner in dem Dorf an der Woblitz. Sie fragen sich, ob alles mit rechten Dingen zuging, als ein Feldweg nach Wesenberg einfach umgepflügt wurde.

Auf der Wesenberger Seite führt ein Wanderweg noch ein paar Hundert Meter am Woblitzufer entlang. Im Gebüsch endet die Sackgasse dann plötzlich. 
T. Lemke Auf der Wesenberger Seite führt ein Wanderweg noch ein paar Hundert Meter am Woblitzufer entlang. Im Gebüsch endet die Sackgasse dann plötzlich. 

Eingesperrt und abgeschnitten – so fühlt sich ein ganzes Dorf an der Woblitz. Below liegt zwar idyllisch am See, nur ist das Kleinod schlecht zu erreichen. „Der Ort besteht nur noch aus einer Sackgasse“, sagt Anwohnerin Rita Dubbe empört. Das war nicht immer so. Bis in die 1990er-Jahre gab es einen Feldweg entlang des Woblitzufers bis nach Wesenberg. Der sei mit den Jahren aber Stück für Stück immer weiter umgepflügt worden, erklärt Rita Dubbe, die in Below den Gourmethof betreibt. Inzwischen gibt es kein Durchkommen mehr in Richtung der Stadt, zu der das Dorf immerhin gehört. „Wir sind streng genommen nicht mal ein Ortsteil, sondern eine Straße in Wesenberg“, sagt Rita Dubbe. Die ländliche Route querfeldein wird daher schmerzlich vermisst.

Mit ihrem Wunsch nach Wiederherstellung des Feldwegs steht Rita Dubbe nicht allein da. Auch Nachbar Andreas Steglich hat nie verstanden, warum die Strecke verschwunden ist. Auch wenn Naturschutzgründe einst gegen einen Ausbau sprachen, so bleibe immer noch die Frage, warum der Weg zur Sackgasse wurde. Manche Radwanderkarte weise die Route noch aus.

Dabei ist der Feldweg in einer Flurkarte von 2011 noch eingezeichnet, sagt Rita Dubbe und zeigt es auf einer Karte. Anders sieht es in den aktuellen Plänen aus. „Bei mir ist alles als Ackerfläche gekennzeichnet“, erklärt Katja Knaust, zuständig für Liegenschaften im Amt ­Mecklenburgische Kleinseenplatte. Den Weg einfach wieder anzulegen, gehe nicht. Denn es handle sich meist um private Flächen, so dass sich die Belower mit dem Pächter oder den Besitzern einigen müssten.