Auftanken und abhauen:

Betrüger werden dreister

Manche vermummen sich, andere machen sich nicht einmal diese Mühe: Kraftstoffdiebe sind abgebrüht. In der Mecklenburgischen Seenplatte wurden in diesem Jahr bereits 107 Fälle registriert.

Auftanken und abhauen: Spritdiebe werden immer dreister. Die Zahl der Betrugsfälle an Tankstellen in der Mecklenburgischen Seenplatte ist sprunghaft angestiegen. Foto: Susanne Böhm
Auftanken und abhauen: Spritdiebe werden immer dreister. Die Zahl der Betrugsfälle an Tankstellen in der Mecklenburgischen Seenplatte ist sprunghaft angestiegen. Foto: Susanne Böhm

Sie tanken das Beste vom Besten und fahren einfach weg: Tankbetrüger werden immer dreister. Die Zahl der Kraftstoffdiebstähle in der Mecklenburgischen Seenplatte ist sprunghaft gestiegen. 107 solcher Fälle hat die Polizeiinspektion Neubrandenburg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Landkreis registriert. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es 66.

"Oft werden dabei keine, gestohlene oder gefälschte Kennzeichentafeln benutzt", schildert Polizeisprecherin Eike Wiethoff. "Es gab auch Fälle, bei denen der Kunde nicht genügend oder kein Bargeld bei sich hatte, seinen Ausweis als Pfand hinterließ und trotzdem nicht wie vereinbart zurückkehrte und bezahlte."

Immer wenn die Benzin- und Dieselpreise in die Höhe schnellen, merkt Dirk Meinke besonders auf. Dann läuft der Tankstellenpächter Gefahr, wieder einmal Opfer von Zechprellern zu werden. Er betreibt mehrere Tankstellen, unter anderem eine in Feldberg, und weiß, dass Langfinger Situationen ausnutzen, in denen die Mitarbeiterinnen an den Kassen wegen großen Andrangs abgelenkt sind. Längst hat Meinke seine Tankstellen mit Videokameras aufgerüstet.Das hat die OIL-Tankstelle in Mirow auch getan, allerdings zeigt die Technik nach Beobachtung von Mitinhaberin Cathrin Hempel wenig Wirkung. "Kameras schrecken heutzutage keinen mehr ab."

Dirk Meinke hat anhand der Videoaufzeichnungen "erkannt, dass es sich oft um jüngere Diebe handelt. Die meisten ziehen ihr Basecap oder eine Kapuze ins Gesicht." Manche sind ganz abgebrüht und vermummen sich nicht einmal. Dass sich Tankbetrüger aus dem Staub gemacht haben, wird oft erst bemerkt, wenn die Zapfsäule blockiert ist. Bis dahin sind wertvolle Minuten verstrichen. Meinke verständigt in jedem Fall sofort die Polizei, wünscht sich aber, die Aufklärungsquote wäre höher.

Diese ist jedoch leicht gesunken. Im Bereich der Polizeiinspektion Neubrandenburg, der annähernd den Grenzen der Mecklenburgischen Seenplatte entspricht, konnten im Jahr 2011 noch knapp 52 Prozent der Fälle aufgeklärt werden, im Jahr 2012 waren es knapp 48 Prozent. "Einige Tankstellen verfügen über Videokameras, so können die Videoaufzeichnungen ein wichtiges Beweismittel sein", erklärt die Polizeisprecherin. Auch Zeugenhinweise spielen bei den Ermittlungen eine wichtige Rolle. In besonders krassen Fällen wird die Bevölkerung gezielt um Hinweise gebeten.

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